Hamm

Abriss von „Elisa“ hat begonnen - Initiative entsetzt

Bagger haben am Dienstag mit dem Abriss des Backsteinkomplexes Elisa begonnen

Bagger haben am Dienstag mit dem Abriss des Backsteinkomplexes Elisa begonnen

Foto: Roland Magunia

Am Morgen wurde mit dem Abbruch der Fassade begonnen. Eine Initiative, Stadtplaner und Denkmalschützer hatten sich für den Erhalt ausgesprochen.

Hamburg. Im Stadtteil Hamm hat am Dienstag der Abriss eines der wohl schönsten Backstein-Wohnhäuser seiner Zeit begonnen. Am frühen Morgen war der Bagger der Abbruchfirma im Innenhof des Gebäudekomplexes am Elisabethgehölz in Stellung gebracht worden. Gegen acht Uhr wurde dann mit dem Abbruch der ersten rückseitigen Fassade begonnen, schon nach kurzer Zeit lag der Blick in die früheren Wohnungen frei.

Entsetzt äußerte sich dazu Corinna Gülzow von der Initiative, die sich seit Jahren um den Erhalt des in den 1930er Jahren gebauten Hauses einsetzt. Zuletzt setzte die Initiative große Hoffnung in einen Hamburger Unternehmer aus der Schifffahrtsbranche, der das Haus ebenfalls retten und kaufen wolle, wie es hieß. Doch derzeit befindet er sich genau wie sein Anwalt im Urlaub und ist nicht zu erreichen.

Auch Stadtplaner und der Denkmalschutzverein hatten sich für einen Erhalt eingesetzt. Doch das Denkmalschutzamt selbst hatte das Gebäude mit den markanten Ziegel-Erkern nicht als schützenwert eingestuft. Angeblich sei nach Kriegsschäden zuwenig von der Originalsubstanz erhalten geblieben. Andere Fachleuten argumentierten hingegen, dass gerade auch die wiederaufgebauten Gebäudeteilen einen großen Denkmalwert besitzen, weil sich von dem selben Architekten geplant wurden, der das Haus bereits vor dem Krieg entworfen hatte.

Eigentümerin von „Elisa II“ ist die Vereinigte Hamburger Wohnungsgenossenschaft vhw. Sie argumentiert mit dem Neubau von 102 neuen und öffentlichen geförderten Wohnungen, für die es ein starke Nachfrage gebe. Bereits 2013 hatte die vhw eine Abrissgenehmigung erhalten, seit 2014 liegt eine Baugenehmigung für einen Neubau durch den Bezirk Mitte vor.

Bis zuletzt hielt die Genossenschaft an ihren Plänen trotz des erheblichen Widerstands fest. Auch das Kaufangebot konnte daran offensichtlich nichts mehr ändern. „Wir verkaufen dort definitiv nicht“, sagte eine Sprecherin dem Abendblatt. Verschiedene Initiativen kündigten am Abrisstag für den Abend eine Protest-Kundgebung vor Ort an. (at)