Silberglanz und 118 Kellner

Die Vorbereitung des Abends ist auch eine logistische Meisterleistung aller Beteiligten

Die Gäste des Matthiae-Mahls blickten am Freitag im Festsaal des Rathauses direkt auf blühende Landschaften. Auf jedem Tisch standen rechteckige Arrangements mit Symbolkraft: Die bunten Blumen schienen direkt aus dem grauem Untergrund der jeweiligen Schale zu wachsen und einen kleinen Wald zu bilden. Blühende Landschaften sollten es sein, wie Protokollchefin Juliane Scholz-Foth erläuterte – passend zum Thema des Abends: 25 Jahre deutsche Einheit.

Es sind diese kleinen Finessen, die das Mahl so besonders machen. Kreativität ist gefragt – und jede Menge Einsatz. Schon vor vier Wochen begann für Serviceleiter Carsten Rogge die entscheidende Phase der Vorbereitungen, in den Tagen vor dem Traditionsmahl wurde es dann ganz turbulent. Denn das Fest erfordert jedes Jahr logistische Höchstleistungen. Noch bis zuletzt mussten Plätze laufend neu arrangiert werden, weil jede Absage sonst eine erkennbare Lücke verursacht hätte.

Einige Beispiele: Mehr als eine Woche brauchte das Personal zum Polieren des Senatssilbers – Unterstützung gab es von einer Poliermaschine. 2500 Gläser mussten kunstvoll arrangiert werden, 3200 Porzellanteile und 600 Stück Silbergeschirr. Damit auch wirklich jeder satt wurde, richteten 23 Köche das Mahl an – an der Spitze wieder Sternekoch Karlheinz Hauser und sein Team.

118 Kellner bewirteten die Gäste – und zwar so schnell, dass die Speisen auch am Ende der Tafeln noch nicht abgekühlt waren. Und um die insgesamt 128 Meter langen Festtafeln so elegant wie möglich zu machen, wurden 128 Kilo Servietten und Tischdecken ausgelegt. 150 Glasschalen mit Blumen in den Farben pink, orange, rosa und grün sorgten für festlich-freundliche Atmosphäre, genau wie 425 Kerzen, die den Saal erhellten. Besonderen Glanz verliehen 48 Silberaufsätze aus Hamburgs Silberschatz dem Abend.

Zu den guten Geistern, die für den reibungslosen Ablauf sorgten, gehörten auch 14 Reinigungskräfte. Einigermaßen gut zu kalkulieren war übrigens das Ende des Mahls: Laut Veranstaltungsleiterin Birgit Koch gehen die Letzten fast immer zwischen halb zwei und zwei Uhr früh nach Hause.