Glücksspiel

Fast 1000 illegale Spielautomaten in Hamburg befürchtet

Der Hamburger Automaten Verband glaubt an ein baldiges Spielhallen-Sterben. Kunden könnten dann auf illegale Automaten ausweichen, glauben die Verantwortlichen. Widerspruch kommt von der SPD.

Hamburg. Vertreter des gewerblichen Glücksspiels haben vor einer „Überregulierung ihres Gewerbes und einer Verwässerung des Spielerschutzes“ gewarnt.

Der Hamburger Automaten Verband befürchtet, dass in den kommenden Jahren ein Großteil der Spielhallen schließen muss und Spieler auf illegale Automatenanbieter ausweichen werden. Ein Spielerschutz, wie er laut Verbandschef Gundolf Aubke in den Spielhallen praktiziert werde, sei dann nicht gewährleistet.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Situation beim illegalen Automatenspiel ab 2017 weiter verschärfen wird, wenn alle Übergangsfristen im Rahmen des Hamburger Spielhallengesetzes auslaufen“, sagte Aubke am Donnerstag. Die dann vorgeschriebenen Mindestabstandsregelungen (500 Meter zwischen Spielhallen) und das Verbot von Mehrfachkonzessionen würden dazu beitragen, dass von den insgesamt 237 Spielhallenstandorten nur 50 übrig blieben. Vorangetrieben werde diese Entwicklung von der Entscheidung der Bürgerschaft, öffentlichen Unternehmen wie der Saga zu verbieten, Gewerbeflächen an Unternehmer zu vermieten, die Spielautomaten oder Wettbüros betreiben.

Aufwind für Café-Casinos befürchtet

„Freizeitspieler werden sich andere Möglichkeiten suchen, um zu spielen“, so Aubke. Er rechne damit, dass viele Spieler ins illegale Spiel abwandern würden „und dass der unkontrollierte Wildwuchs der Café-Casinos dadurch noch mehr Aufwind erhält.“

Schon jetzt gebe es 500 bis 1000 Automaten, die in Hamburg illegal betrieben würden. Die Kontrolle durch Stadt und Bezirke sei nicht ausreichend. „Der Senat muss härter gegen illegale Glücksspielangebote vorgehen“, fordert Aubke. SPD-Verbraucherschutzexperte Martin Schäfer erklärte, es sei Ziel des neuen Spielhallengesetzes gewesen, die Zahl der Spielhallen zu beschränken. „Spielsucht wird am besten bekämpft, wenn es gar keine Spielhallen gibt.“