Hamburg

Künstler und Kaufleute kämpfen für Olympia

Symbolflamme entzündet. Senator Neumann: „Wenn Hamburg will, kann es das auch“.

Hamburg. Hamburg ist wieder Feuer und Flamme. Die Begeisterung war am Freitagmorgen im Haus des Sports am Schlump spürbar, als die Flamme für Hamburgs Olympiakampagne im Alexander-Otto-Saal symbolisch entzündet wurde. Ein Förderkreis aus Unternehmern, Kulturschaffenden, Wissenschaftlern und Sportlern will in den nächsten Wochen bei den Hamburgern mit Aktionen, Diskussionen und Informationen um breite Zustimmung für die Kandidatur der Stadt um Sommer- und Paralympische Spiele in den Jahren 2024 oder 2028 werben. Ziel ist es, mehr als jene 53 Prozent der Bevölkerung für diese Idee zu begeistern, die sich im September bei einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für Spiele in Hamburg ausgesprochen hatten.

Sollte sich die Akzeptanz steigern lassen, hat Hamburg im Wettstreit mit Berlin gute Chancen, am 16. März vom Präsidium als deutscher Kandidat benannt zu werden. In beiden Städten wird der Sportbund Mitte Februar eine weitere Befragung starten. In Berlin waren zuletzt die Olympiagegner mit 49 zu 48 Prozent in der Mehrzahl.

„Olympische und Paralympische Spiele sind eine große Chance für alle Menschen in Hamburg, von der jeder in der Stadt profitieren wird. Wir sollten jetzt alles tun, um sie nutzen“, sagte Alexander Otto, 47, der Initiator der Bewegung für Olympia im Norden. Der bekannte Sportmäzen (Alexander-Otto-Sportstiftung) und Einkaufszentrenmanager (ECE) stellt als Startkapital 100.000 Euro zur Verfügung, weitere Unternehmer wie Ian Karan oder Dieter Becken beteiligen sich mit kleineren Summen. Mit dem Geld werden zahlreiche Initiativen unterstützt, die fortan die Hamburger überall in der Stadt ansprechen sollen.

Die erste größere Aktion haben Frederik und Gerrit Braun vom Miniatur Wunderland bereits vorbereitet. Sie bauen am Montag in der Europa Passage ein begehbares Olympiastadion in den Maßen 3,5 x 4,0 x 0,8 Meter auf, in denen sich die Besucher einen der 50.000 Plätze sichern können. Ihre Idee fand bei Facebook großen Anklang, mehr als 14.000 gefällt sie. „Ich war schon immer begeistert von Hamburgs Olympiabewerbung, als ich das Konzept mit kompakten Spielen in der City und am Wasser durchgelesen habe, bin ich voll entflammt“, sagte Fredrik Braun. Auch Udo Lindenberg, Ina Müller, Corny Littmann (Schmidts Theater), Thalia-Intendant Joachim Lux, Isabella Vertés-Schütter (Ernst-Deutsch-Theater) sind dabei. Der HSV stellt sein Heimspiel gegen den 1. FC Köln am 31. Januar unter das Thema „Feuer und Flamme für Spiele in Hamburg“.

Sportsenator Michael Neumann (SPD) betonte, dass Olympische Spiele in Hamburg ein Katalysator für die Entwicklung der Stadt wären und einen neuen Geist des Zusammenhalts befeuern würden. „Hamburg ist eine Stadt, die Erfolg will. Und wenn Hamburg etwas will, dann kann es das auch“, sagte Neumann. Auch Dietrich Wersich, Bürgermeisterkandidat der CDU, ist begeistert von dem „großartigen Engagement bedeutender Hamburger Bürger“. Aber er fragt: „Wo ist Scholz?“ Der Bürgermeister, fordert der Oppositionsführer, „muss sich an die Spitze der Bewegung stellen, wenn Hamburg erfolgreich sein will“. Er vermisse ein klares Signal aus dem Rathaus.