Menschlich gesehen

Frau i-Punkt

Sie hat mit ihrem Vater ein Schiff gebaut und Kollektionen entwickelt, nun engagiert sie sich mit ihm im Entenwerder Elbpark. Auf einem Ponton planen sie ein schwimmendes Café und ein soziales Segelprojekt – erreichbar über eine historische Brücke, die gestern installiert wurde. An Abwechslung fehlt es Alexandra Friese nicht. Das liegt in der Familie: Sie ist das älteste Kind des Modedesigners und siebenfachen Vaters Thomas Friese, der 1968 das Thomas-i-Punkt-Label gegründet hat. Dort arbeitet sie mit, seit sie 19 ist.

Eigentlich hatte sie anderes vor. Mit 17 bewarb sie sich an der Filmhochschule in München. „Doch ich war denen noch zu grün hinter den Ohren“, erinnert sich die 47-Jährige mit dem blonden Strubbelkopf. Also machte sie ein Praktikum bei ihrem Vater, der sie schon früh auf Geschäftsreisen nach Hongkong, Indien und Amerika mitgenommen hatte.

Sie half zunächst beim Bau eines Segelschiffs, mit dem Thomas Friese später mehrfach den Admiral’s Cup gewann. Danach übernahm sie immer mehr Verantwortung im Rothenburgsorter Unternehmen, setzte sich gleichzeitig für den von ihrem Vater gegründeten Verein Skateland ein, handelte Tagesgagen für die Crews aus, mit denen er segelte, renovierte ein altes Haus und zog nebenbei ihren Sohn David, heute 17, auf. Mittlerweile lebt sie in Ottensen – ein quirliger Stadtteil, der gut zu ihrem Leben passt.