Vorwurf

China kritisiert Besuch von Dalai Lama in Hamburg

Die Botschaft Chinas in Berlin wirft dem Mönch vor, "separatistische Aktivitäten gegen China“ zu betreiben. Der Dalai Lama solle daher keine Bühne für seine Aktivitäten bekommen.

Hamburg. Der bevorstehende Besuch des Dalai Lama in Hamburg hat in China deutliche Kritik ausgelöst. Tatsachen hätten wiederholt gezeigt, dass der Dalai Lama kein "einfaches religiöses Oberhaupt" sei, sondern ein politischer Exilant, der im Ausland unter dem Deckmantel der Religion "separatistische Aktivitäten gegen China" betreibe, sagte der Sprecher der Botschaft der Volksrepublik China in Berlin am Mittwoch dem Abendblatt. "Sein Besuch bringt immer negative Folgen für die Beziehungen zwischen China und dem betreffenden Land mit."

Die chinesische Regierung sei daher dagegen, dass der Dalai Lama eine Bühne für "seine separatistischen Aktivitäten gegen China" angeboten werde, so der Botschaftssprecher. Tibet, fügte er hinzu, sein ein autonomes Gebiet Chinas. "Die internationale Gemeinschaft, auch die deutsche Bundesregierung, erkennen Tibet als einen Bestandteil des chinesischen Territoriums an."

Der 14. Dalai Lama wird vom kommenden Sonnabend an Hamburg zum sechsten Mal besuchen. Anders als bei seinem Besuch 2007 in der Hansestadt stehen diesmal keine Begegnungen mit Senatsvertretern auf dem Programm. Der Friedensnobelpreisträger von 1989 gilt als geistliches Oberhaupt der Tibeter. Mit dem Friedensnobelpreis wurde sein Bemühen gewürdigt, mit China auf friedlichem Weg eine Lösung der tibetischen Frage zu finden. Der buddhistische Mönch lebt seit 1950 im Exil in Indien. Im Mittelpunkt seiner Vorträge in Hamburg stehen diesmal ethische Themen und die Auslegung alter buddhistischer Texte.

Am kommenden Dienstag spricht der 79-Jährige auf einer Veranstaltung über die Tibet-Frage. Um eine friedliche Lösung des Tibet-Konflikts geht es auch auf einer internationalen Konferenz in Hamburg, die der Dalai Lama in der kommenden Woche ebenfalls besuchen wird. Hamburg gehört zu den europäischen Städten, in denen sich der Religionsführer am längsten aufhält. Er ist seit 1977 Schirmherr des Tibetischen Zentrums in Rahlstedt.