Parteitag Hamburg

Suding als Spitzenkandidatin der Hamburger FDP gewählt

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Andreas Dey

Nach dem Streit innerhalb der Partei wurde die Abstimmung über Sudings Spitzenkandidatur am Sonntag mit Spannung erwartet. Suding erhielt nun 84 von 112 Stimmen - ein ordentliches Ergebnis.

Wandsbek. Die Hamburger FDP wird erneut mit Katja Suding an der Spitze in den Wahlkampf für die Bürgerschaftswahl ziehen. Die Partei wählte die Vorsitzende der FDP-Bürgerschaftsfraktion am Sonntag auf einem Parteitag in Wandsbek mit ordentlicher Mehrheit auf Platz eins der Landesliste. 84 von 112 Delegierten votierten für die 38-Jährige, 23 gegen sie, fünf enthielten sich.

Damit endet eine Monate lange Auseinandersetzung zwischen Suding und der Hamburger Parteivorsitzenden Silvia Canel. Die frühere Bundestagsabgeordnete hatte sich lange nicht klar zu ihren Ambitionen auf ein Bürgerschaftsmandat geäußert. Da sich die beiden liberalen Frontfrauen jedoch in herzlicher Abneigung verbunden sind, hatte Suding ihr Antreten davon abhängig gemacht, dass Canel auf einen Platz auf der Landesliste verzichtet. Dieser Verzicht war erst vor wenigen Wochen unter Vermittlung des FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner zustande gekommen – beendet war die als „Zickenkrieg“ bekannt gewordene Auseinandersetzung damit aber nicht. Unter anderem wurde sie auf Facebook fortgesetzt. Noch auf dem Parteitag am Sonnabend hatte Canel eingeräumt, „Groll“ zu hegen, gleichzeitig aber dazu aufgerufen, Suding zur Spitzenkandidatin zu küren.

Am Sonntag fragten Canel und ihr Mitstreiter Burkhardt Müller-Sönksen erneut nach, ob Suding ihre Bedingung aufrecht erhalte. Diese relativierte das jedoch: Sie könne niemandem eine Kandidatur verbieten, alles weitere hätten die Delegierten zu entscheiden. Zumindest gegenüber Silvia Canel brachte sie jedoch klar zum Ausdruck, dass sie sich deren Kandidatur nicht wünsche.

Für Wirbel hatte im Vorfeld ein Brief einflussreicher FDP-Mitglieder an den Bundesvorsitzenden Lindner gesorgt. Darin werfen sie Suding und Lindner undemokratisches Verhalten vor. Mit der „Bedingung“, dass Canel nicht antreten dürfe, hätten sie der Partei geschadet. Zudem hatte Parteivize Najib Karim am Freitag seinen Rücktritt bekannt gegeben, weil er die FDP nicht mehr guten Gewissens im Wahlkampf vertreten könne.

Am Tag zuvor hatte die FDP Eckpunkte ihres Bürgerschaftswahlprogramms verabschiedet. Für Aufsehen sorgte dabei die Forderung nach einer Legalisierung von Cannabis. Diese Forderung hatten die Jungen Liberalen schon häufiger erhoben, sich damit aber nie auf Parteitagen durchsetzen können. An diesem Sonnabend schaffte die Nachwuchsorganisation dies erstmals mit knapper Mehrheit.

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