Winterhude

Leer stehende Alster-Villen werden zum Problemfall

Foto: Henrik Jacobs

Seit Jahren stehen die herrschaftlichen Häuser an der Bebelallee leer. Jetzt versucht der Bezirk Nord, in der Antwort auf eine Kleine Anfrage, die Hintergründe zu erklären. Das gelingt nur teilweise.

Hamburg. Warum stehen diese Villen leer? Seit Jahren berichtet das Abendblatt immer wieder über den fortdauernden Leerstand zweier Häuser an der Bebelallee. Getan hat sich bisher nichts - obwohl das Wohnraumschutzgesetz vorsieht, dass Wohnungen oder Häuser maximal drei Monate leer stehen dürfen.

Die Antwort auf eine Kleine Anfrage des Bezirksabgeordneten Christoph Ploß (CDU) schafft nun Klarheit - zumindest in einem Fall. „Das Gebäude in der Bebelallee Nummer 10 unterliegt nicht dem Hamburgischen Wohnraumschutzgesetz, da es sich um Gewerberaum handelt“, so Bezirksamtsleiter Harald Rösler (SPD). Insofern seien hier keine Maßnahmen vorgenommen worden.

An der Bebelallee 11 ist der Sachverhalt schon deutlich unklarer. Zumindest bei einer Wohnung handelt es sich hier klar um Wohnraum. Doch auch sie steht mindestens seit 2011 leer. Hier habe es vonseiten des Eigentümers den Versuch gegeben, während anstehender Instandsetzungsarbeiten um die Vermietungspflicht herumzukommen. Doch der Bezirk lehnte den Antrag ab. Umsomehr wundert es, dass es in der Antwort weiter heißt, dass ein Einzug an genannter Adresse für das Jahr 2015 geplant sei.

Wieso erst im kommenden Jahr? Das geht aus der Antwort nicht hervor. Stattdessen ist von einem Insolvenzverfahren des früheren Eigentümers die Rede. Beide Häuser haben laut Rösler inszwischen den Eigentümer gewechselt.

Für Christoph Ploß sind die Antworten auf seine Anfragen nicht zufriedenstellend: „Es kann nicht sein, dass diese Häuser über Jahre leer stehen und verkommen, ohne dass die Verwaltung sich mit erkennbaren Ergebnissen um solche Fälle kümmert“.