Glashüttenstraße

Kehrtwende im Karoviertel: Abrissantrag zurückgezogen

Juliane Kmieciak

Monatelang hatten die Bewohner des Mietshauses an der Glashüttenstraße den Abriss befürchtet. Doch der Eigentümer hat seine Pläne geändert. Bis dies den Mietern schwarz auf weiß vorliegt, will das jedoch niemand glauben.

Hamburg. Der Streit um den Abriss des Mietshauses an der Glashüttenstraße 21 und 20 scheint beendet. Der Eigentümer hat den Abbruchantrag für die Immobilie im Karoviertel zurückgezogen. Das bestätigte Bezirksamtsleiter Andy Grote (SPD) dem Abendblatt.

Zwölf Mietparteien an der Glashüttenstraße hatten seit Monaten den Abriss ihres Hauses befürchtet. In einem Schreiben hatte der Eigentümer ihnen die Mietverträge zum 31. Juli gekündigt. Begründung: Weil das Haus nicht mehr sanierungsfähig sei, solle es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Mieter hatten mit der Hilfe eines Anwalts versucht, dagegen vorzugehen.

Die Gründe für die Kehrtwende sind unklar. Klar sei laut Grote jedoch, dass der Aufwand, mit dem der Vermieter hätte nachweisen müssen, dass das Haus nicht mehr sanierungsfähig ist, enorm gewesen wäre. Der Wohnkomplex an der Glashüttenstraße liegt schließlich im Sanierungsgebiet, wo die Soziale Erhaltensverordnung gilt. „Abriss- und Baugenehmigungen werden hier nicht ohne Weiteres erteilt“ - das hatte der Bezirk schon im Vorfeld deutlich gemacht.

Obwohl der Streit beigelegt scheint - endgültig sicher fühlen sich die Mieter an der Glashüttenstraße noch nicht. Laut Anwalt Bernd Vetter sei man bisher weder vom Bezirk noch vom Eigentümer offiziell benachrichtigt worden. Auch die Kündigungen seien bisher nicht zurückgenommen worden.

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