Ein türkischer Vater sorgt sich um seine Tochter, eine Mutter holt ihr Kind aus der Schule, weil sie dort eine Burka trägt. Nicht nur in den Randbezirken der Hansestadt stehen Politiker und Pädagogen vor der Herausforderung, gegen einzelne Islamisten im Klassenzimmer vorzugehen.

Hamburg. Der Mann hat Angst. Als Lehrer hat Frank Grosse (alle Namen geändert) jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen, die aus sehr bildungsfernen Elternhäusern stammen oder den Unterricht zu torpedieren versuchen und pubertär pöbeln. Doch was er mittlerweile an seiner Schule in Eimsbüttel erlebt, empfindet er als andere Qualität der Bedrohung. Wenn er Ärger mit einzelnen Schülern hat, weil er ihnen wegen schwacher Leistungen eine schlechte Note gegeben hat oder einen Verweis für Störungen im Unterricht, steht in der Pause unvermittelt eine Gruppe von fünf, sechs Jugendlichen vor ihm, die sich offenbar per Handy verabredet haben, und droht: „Wir wissen, wo Sie wohnen“, „wir wissen, wo Ihre Kinder zur Schule gehen“. Und: „Wir gehen gleich in unsere Moschee und kommen mit unseren Glaubensbrüdern zu Ihnen.“