Sie treffen sich in Sporthallen in Barmbek, sie versteigern Schmuck oder Handys. Für Syrien. Kaum ein Thema bewegt junge Muslime mehr als der blutige Bürgerkrieg. Einige radikalisieren sich.

Hamburg. Der Deich von Wilhelmsburg ist nur 100 Meter entfernt. An diesem Januarabend parken zahlreiche Autos vor einer Halle, manche mit Hamburger Kennzeichen, andere mit Pinneberger Nummernschildern. Lampen werfen Licht auf ein Schild, in schwarzer Schrift steht dort der Name des Lokals. Ein roter Vorhang verhängt die Tür. Es gibt zwei Eingänge, getrennt nach Geschlecht, vorne für Frauen, an der Seite für Männer. An anderen Tagen finden hier im Festsaal Hochzeiten statt. Heute dringt die Stimme eines Mannes nach draußen. „1800 Euro, 1900 Euro … Gibt es ein Gebot von 2000 Euro?“, ruft er ins Mikrofon. Goldketten, Uhren, Eheringe, Parfüm – all das soll heute unter den Hammer. Der Erlös geht nach Syrien – in das Land, in dem Krieg herrscht. Die Versteigerung läuft schon seit einiger Zeit, es wird dunkel über dem Gewerbegebiet, wo Speditionen und Baufirmen ihre Büros haben.