Rothenburgsort

Frauenquote: Bekannte Frauen sollen Straßen Namen geben

Die Straßennamen aus der Vorkriegszeit sollen im Neubaugebiet in Rothenburgsort vermutlich nicht wieder verwendet werden. Der Grund: Die Straßen sollen nach Frauen benannt werden.

Rothenburgsort. In der Wirtschaft und Politik wird noch hart um sie gerungen, auf Hamburgs Straßen gibt es sie schon: Die Frauenquote. Wie der Hamburger Senat feststellte, gibt es in der Hansestadt im Vergleich viel mehr Straßen, die nach Männern benannt wurden, als welche, die den Namen von Frauen tragen. Das soll nun anders werden und unter anderem in Rothenburgsort durchgesetzt werden - sehr zur Irritation einiger Politiker.

Konkret handelt es sich um die geplante Bebauung auf dem ehemaligen Huckepackbahnhof in Rothenburgsort. Dort soll auf einem Gelände von rund 10,6 Hektar ein Neubaugebiet mit mehreren Straßen entstehen. Die Bezirksversammlung hatte der Verwaltung im Bezirk Mitte die Straßennamen Nieburstraße und Billhorner Stieg vorgeschlagen. Beide Straßen existierten vor dem Zweiten Weltkrieg und wurden währenddessen komplett zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Verwaltung des Bezirks-Mitte rechnet den Vorschlägen aber keine große Chancen aus und teilte dies der Bezirksversammlung in einem Schreiben mit. Der Grund: Der Vorschlag ist zu früh eingegangen. Außerdem sollen die Straßen nach bekannten Frauen der Hansestadt benannt werden.

Ganz unbegründet ist dies nicht. Denn in Hamburg gibt es rund 2000 Straßen und Plätze, die nach Männern benannt wurden, aber nur rund 300 Straßenschilder, die den Namen bekannter Frauen tragen. Dies soll nun ausgeglichen werden. Im Gespräch für die Benennung der neuen Straßen in Rothenburgsort soll unter anderem die NS-Verfolgte und Friedensaktivistin Fasia Jansen sein, wie das Hamburger Wochenblatt berichtete.

Die CDU reagierte auf das Schreiben des Bezirks mit Unverständnis. „Da hat in der Verwaltung einer keine Ahnung vom Stadtteil“, äußerte sich Holger Schmidt, baupolitischer Sprecher der CDU Mitte, gegenüber dem Wochenblatt.

Der Bezirk Mitte glättet unterdessen die Wogen. „Es ist nicht auszuschließen, dass auch historische Namen genommen werden“, sagte Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirks Hamburg-Mitte dem Hamburger Abendblatt. „Auch Namen von Männern haben Chancen. Das wird noch entschieden.“ Erst müsse auch klar sein, wie viele Straßen es im neuen Gebiet geben werde.

Die Entscheidung über die Straßennamen im Neubaugebiet werden aber wohl noch ein wenig auf sich warten lassen. Bislang steht der Bebauungsplan auf dem 10,6 Hektor großen Gelände in Rothenburgsort nicht fest. Die Entscheidungen für die Straßennamen liegen dann beim Senat. (nas)