Menschlich gesehen

Oberpfadfinder

Es sei großes Glück, sagt Stefan Brauckmann, dass die etwa 100 Mädchen des Pfadfinderstammes Lykamedas schon bald den Arbeiterschuppen der früheren Merck-Villa im Niendorfer Gehege als festes Quartier für ihre Jugendarbeit nutzen dürfen; für 20 Jahre mietfrei obendrein, da sie das Grundstück in Schuss halten wollen.

Der Stamm gehört zum Pfadfinderinnen- und Pfadfinderbund Nord e. V., in dem der promovierte Geograf Brauckmann, der als Marktforscher in der Immobilienbranche arbeitet, im Vorstand amtiert. Wobei man mit über 700 Mitgliedern an die Grenzen des Ehrenamtes stieße: „Aber wir wollen bunt gemischt sein, über Schul- und Stadtteilgrenzen hinweg!“ Auch der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund sei recht hoch.

Der gebürtige Hamburger selbst stieß erst relativ spät, im Alter von 13 Jahren, zur Pfadfinderbewegung. Einige seiner Klassenkameraden vom Heilwig-Gymnasium hatten davon geschwärmt, wie spannend es sei, draußen am Feuer zu übernachten. Sein erstes Nachtlager absolvierte er damals im Februar im Trittauer Staatsforst. „Was war das kalt“, erinnert er sich. Was ihn heute, als eine Art Oberpfadfinder in Hamburg, an der Jugendarbeit begeistert? „Die jungen Leute lernen schnell, Verantwortung zu übernehmen – für sich und die anderen.“