Kontrollen in Hamburg

Gefahrengebiete-Bilanz: Das hat die Polizei beschlagnahmt

Bei ihren fast 1000 Kontrollen konfiszierten die Beamten unter anderem 19 Böller, einen Schlagstock und zwei Knüppel. Linke-Politikerin spricht von „Lächerlichkeiten“.

Hamburg. Hamburgs Polizei hat während der neun Tage dauernden Kontrollen in den umstrittenen Hamburger Gefahrengebieten nur wenige gefährliche Gegenstände sichergestellt. Bei ihren fast

1000 Kontrollen konfiszierten die Beamten unter anderem 19 Böller, einen Schlagstock, zwei Knüppel, Pfefferspray, zwei Tierabwehrsprays und ein Taschenmesser. Das geht aus einer von der Hamburger Linken veröffentlichten Aufstellung der Polizei hervor.

Hinzu kommen sechs „Vermummungsutensilien“ wie eine ABC-Schutzmaske oder auch Schals, die überprüfte Personen bei sich führten – im Wintermonat Januar. Weiter wurden ein Seitenschneider, Draht, Klebeband, Kleister und zwei Farbspraydosen beschlagnahmt.

Aber auch auf den ersten Blick merkwürdig erscheinende Gegenstände wurden von der Polizei laut Liste einbehalten: eine Plastiktüte, ein Plastikeimer und ein Zelt. Festgestellt, aber nicht konfisziert, wurden darüber hinaus unter anderem eine unbekannte Anzahl an Klobürsten sowie eine „Haushaltsrolle in Alufolie eingewickelt, innen ein Zettel mit der Aufschrift „Peng„“.

Die Bürgerschaftsabgeordnete der Linkspartei Christiane Schneider (65) twitterte in Bezug auf die Senatsantwort: „Auf der Liste sichergestellter Gegenstände findet sich "Vermummung: 3 x Schal". Insges. eine Aufzählung von Lächerlichkeiten.“

Freddi Lohse, stellvertretender Sprecher der Deutschen Polizeigewerkschaft reagierte darauf mit Empörung: „Sich so über die Arbeit der Polizei lächerlich zu machen, ist würdelos“, so Lohse. Und die Dinge, die die Polizei beschlagnahmt hat, seien nicht lächerlich, sondern zum Teil gefährlich. Unkritische Gegenstände seien zudem nicht beschlagnahmt, sondern nur festgestellt - sprich dokumentiert - worden.

„Äußerungen wie die von Frau Schneider sind unterträglich“, so Lohse weiter. Auch Aktionen wie der Klobürstenprotest, mit denen Hamburger gegen die Kontrollpraxis demonstriert hatten, würden die Arbeit der Polizisten ins Lächerliche ziehen. „Die Polizisten sind lediglich ihrer Arbeit nachgekommen.“

Die Polizei hatte Anfang Januar nach schweren Krawallen und Angriffen auf Polizisten in Teilen Hamburgs ein Gefahrengebiet eingerichtet, das später in drei kleinere Areale umgewandelt wurde. Darin durfte die Polizei verdachtsunabhängig kontrollieren.