Zwischenruf

Mein lieber Fahrstuhl ...

Ein Dankeschön von Andreas Dey

Mein lieber Fahrstuhl, ich kenne deinen Namen nicht, nur deine Nummer: 281005609. Aber ich weiß, du hast es auch nicht leicht im Leben. Immer dieses Auf und Ab, an Seilen hängend wie eine Marionette, kein fester Halt, all die fremden Menschen. Ein unwürdiges Dasein. Das musstet du beenden. Silvester war perfekt: 11.05 Uhr, nur du und ich, eineinhalb Meter über dem Boden, gerade so hoch, dass jeder deine Botschaft sehen konnte: „Hier stecke ich und kann nicht anders.“ Ein unvergesslicher Jahresausklang. Ich danke dir. Vielleicht nicht für die 2200 Menschen, die den Deppen bestaunten, der zu spät zu ihrem Treffen kam. Aber für die nette Telefonstimme bei ThyssenKrupp, für die reizenden Damen, die die Helfer zu uns lotsten, und für den lustigen Feuerwehrmann, mit dem sich trefflich fachsimpeln ließ, ob ich deine Glastür wohl eintreten könne („schaffen Sie nicht“). Und der uns dann trennte. Nach nicht mal 50 Minuten. Das schmerzte. Aber ich habe schon eine Neue. Sie heißt Treppe.