Ein seltener Fisch gefährdet Harburger Gewerbegebiet

Gutachter entdeckt seltenen Schlammpeitzger auf dem Baugrundstück an der A1

Hamburg. Wieder könnte ein seltenes Tier ein großes Hamburger Bauprojekt stoppen. Der wegen seiner besonderen Atemtechnik auch als „pupsender Fisch“ bezeichnete Europäische Schlammpeitzger bedroht die Ansiedlung eines Logistikparks an der Anschlussstelle Harburg zur Autobahn1. Ein Gutachter hatte das Tier entdeckt, das als „stark gefährdet“ eingestuft ist.

Wegen der exzellenten Autobahnanbindung halten Fachleute das Areal für ideal als Standort des Logistikparks. Allerdings ist das Grundstück von Gräben durchzogen, in denen sich offenbar auch der 20 bis 30 Zentimeter lange Schlammpeitzger wohlfühlt.

Immer wieder hatten Tiere, die auf der Roten Liste stehen, zum Scheitern von Bauvorhaben geführt. Erst kürzlich stoppte das Verwaltungsgericht Leipzig den Weiterbau der A20 bei Bad Segeberg wegen 20.000 überwinternder Fledermäuse. In Bergedorf blockierte eine fünf Millimeter große Tellerschnecke den Bau eines Logistikparks in seiner ursprünglichen Form. Und in den 90er-Jahren verhinderte der Wachtelkönig den Bau von 3000 Wohnungen in Hamburg-Neugraben.

Behörden und Politiker im Bezirk Harburg wurden von der Entdeckung des pupsenden Fisches überrascht. Sie haben noch nicht entschieden, wie es jetzt weitergehen soll. (zv)