Menschlich gesehen

Alles koscher

Der ehemalige Zahnarzt Dr. Ulrich Michael Lohse ist ein praktischer Mensch. Nach „30 Jahren am Stuhl“ gründete er einen eigenen Verlag für seine Bücher und fand „zum jüdischen Glauben zurück – wegen der Praxisnähe der Religion“, wie der 67-Jährige sagt. Denn: „Das Judentum ist eine Tatreligion: Es kommt auf die Tat an.“ Seine neueste Tat: Lohse ist Geschäftsführer im gerade eröffneten koscheren Lokal Deli King an der Grindelallee.

Ein Mann mit vielen Talenten eben. Der Hamburger ging auf das „Gymnasium für Jungen in Eppendorf“ und nach dem Studium in Berlin und Heirat mit seiner Frau nach Fehmarn, um den beiden Kindern ein Aufwachsen in der Natur zu ermöglichen.

Die Liebe zur Heimatstadt blieb. „Ich hatte immer eine Zweitwohnung in Eppendorf.“ Dort lebt er auch heute wieder. Nach der Aufgabe der Fehmarner Praxis arbeitete der Zahnarzt zunächst weiter ehrenamtlich im „Zahnmobil“, das sich um Obdachlose kümmert. Doch dies musste er aufgeben, „weil ich nicht mehr Augen wie ein Adler habe“. Dafür nahm Lohse ein Vorstandsamt in der Jüdischen Gemeinde Hamburgs (2800 Mitglieder) an. Und schreibt Bücher über Zahnheilkunde und die jüdische Religion. Sein jüngstes Werk heißt „Die Sabbatgesetze“.

Vom neuen koscheren Deli verspricht er sich viel. Mit dabei ist auch seine Tochter Dorothee Herkel. Was ja auch ganz praktisch ist.