Menschlich gesehen

Franziska I.

„Bienenvölker haben eine ganz eigene Dynamik“, sagt Franziska Seifert. Sie sehe ihnen gerne morgens beim Ausschwärmen zu und sei fasziniert davon, dass die Bienen ihr eigenes, fertiges Produkt herstellten. Im Allgäu, da, wo sie herkommt, ist das hauptsächlich Löwenzahn- und Waldhonig. „Der ist viel besser als die handelsüblichen EU-Mischungen“, sagt die 21-jährige Hobby-Imkerin. Sie möchte möglichst vielen Menschen den Honig aus ihrer Heimat nahebringen. Deshalb hat sich Franziska Seifert als „Bayerische Honigkönigin“ beworben. Ihre schriftliche Arbeit über den Nutzen der Bienen überzeugte die Jury, im September bekam sie den Titel. Die Teilnahme am fünften Deutschen Königinnentag in den Vierlanden an diesem Erntedank-Wochenende ist eine ihrer ersten Amtshandlungen.

Aufgewachsen ist Franziska I. (so nennt sie sich auf ihrer Autogrammkarte) mit zwei Brüdern in einem kleinen Dorf in der Nähe von Sonthofen. Als „soliden Baustein“ machte sie eine Ausbildung als Industriekauffrau und gleichzeitig ihr Abitur, jetzt studiert sie Sozialwirtschaft. „I lern wahnsinnig gern“, sagt sie in charmanter bayerischer Mundart. Und sie engagiert sich viel – wie zum Beispiel für eine kleine katholische Kapelle in der Nähe ihres Wohnortes. Ehrenamtlich organisiert sie dort Gottesdienst, Putzdienst und Blumenschmuck.

Mit einer Glaubensrichtung habe das aber wenig zu tun, betont sie. „I bin eher Christin als Katholikin“, sagt Franziska Seifert. „Aber Bayrin bin i durch und durch.“ Deshalb ist sie in einen Trachtenverein eingetreten. Denn es gibt ein weiteres bayerisches Erbe, das es zu bewahren gilt: Tänze wie den Schuhplattler. Den zeigt die Honigkönigin auch in den Vierlanden.