„Big Brothers Big Sisters“

Mentorenprogramm für Schüler vor dem Aus

Edgar Hasse

200 Hamburger Schüler mit ihren ehrenamtlichen Mentoren sind davon betroffen. Geschäftsführung und Stiftung haben entschieden, das Projekt 2014 einzustellen.

Hamburg. Das bundesweite Mentoren-Programm „Big Brothers Big Sisters“ für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche steht vor dem Aus. Geschäftsführung und Stiftung haben jetzt entschieden, das Projekt Ende 2014 einzustellen. In Hamburg sind davon 200 Schüler mit ihren ehrenamtlichen Mentoren betroffen. Das Regionalbüro mit zwei Mitarbeitern wird geschlossen.

Erst im Juni hatte die Organisation in der Hansestadt den HanseMerkur-Preis für Kinderschutz erhalten. Jurymitglieder zeigen sich über den abrupten Ausstieg „schockiert“. Die Stuttgarter Geschäftsführung favorisiert dagegen ein anderes Mentorenprogramm, das besser evaluiert sei und über größeres Wachstumspotenzial verfüge.

„Big Brother Big Sisters“ fördert benachteiligte Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren in schwierigen Lebensverhältnissen, indem die Organisation ehrenamtlich engagierte Mentoren vermittelt. Zu ihnen gehört der 47 Jahre alte Hamburger Diplom-Volkswirt Michael Steinkamp, der sich seit drei Jahren um den zwölf Jahre alten Colin kümmert. Er klettert mit ihm auf Bäume, fährt mit ihm Kanu und erklärt dabei die Welt. Wie, fragt er sich, soll er dem Heranwachsenden Verantwortung vermitteln, wenn sich die Organisation gerade aus dieser Verantwortung stehle? Inzwischen formiert sich der Protest der Mentoren in den sozialen Netzwerken. "Wir werden uns gegen die Schließung wenden", heißt es da. "Das tun wir nicht für uns, sondern für die Jungs und Mädels, die wir seit langem betreuen."

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