So schmeckt Hamburg

Vier Reporter, vier Wochen Zeit und ein Ziel: möglichst viele Restaurants, Kneipen, Cafés und Bars in Hamburg zu testen – mindestens drei pro Tag für maximal 50 Euro. Heutiger Tester: Berndt Röttger

Café Himmelsschreiber

„Hallo, kann ich Ihnen etwas Gutes tun?“ Besser kann der morgendliche Besuch im Café eigentlich nicht beginnen. Die freundliche junge Kellnerin des Café Himmelsschreiber grüßt mit einem herzlichen Lächeln. Ich habe draußen Platz genommen. Die Terrasse geht – nur durch einen Drahtzaun getrennt – fast nahtlos über ins das Rollfeld des Hamburger Flughafens. Dies ist der richtige Ort für ein kleines Frühstück mit Fernwehgarantie.

Meine Wünsche an diesem sonnigen Morgen sind bescheiden. So richtig Hunger habe ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Zugegeben: Keine guten Arbeitsvoraussetzungen für einen temporären Restauranttester. Ich bestelle ein Minimal-Frühstück: einen Cappuccino und ein Croissant.

Vor mir sitzt ein Vater mit seinem Sohn. Vielleicht fünf Jahre alt ist der Kleine – und er ist völlig aus dem Häuschen: „Oh, guck mal da!“, stupst er seinen Vater an. Gerade startet ein Hubschrauber am Geschäftsfliegerzentrum. Dann schweift sein Blick wieder hinüber zu den großen Flugzeugen an den Terminals.

Auf der kleinen Karte gibt es zum Frühstück belegte Brötchen (3,80 Euro, mit Lachs 4,50 Euro) sowie Rührei in unterschiedlichen Variationen. Während der Cappuccino in kleinen Schlucken die Kehle herunter fließt, startet vor meinen Augen ein Flugzeug nach dem anderen: Germanwings nach Nizza, Lufthansa nach München, Austrian nach Wien, Aer Lingus nach Dublin, und kurz bevor ich selbst aufbreche, noch eine Air Berlin nach Palma de Mallorca. Aber das Schöne ist: Zwischendurch ist es selbst hier direkt am Rollfeld so ruhig. Vogelgezwitscher gibt den Ton an.

Auf der Terrasse sitzen neben dem Vater-Sohn-Gespann und mir noch ein Pilot und ein Rentner, der offensichtlich während einer Radtour gerade eine Pause einlegt. 120 Plätze gibt es hier draußen an Gartentischen, auf Sonnenliegen und in Strandkörben. Im kleinen Innenraum sind es vielleicht knapp über 20 Plätze.

Vielleicht sollte ich später während der Woche noch einmal wieder kommen und etwas von der kleinen Mittags- und Abendkarte probieren: Flammkuchen zum Beispiel gibt es in diversen Variationen (7,90 Euro bis 11,90 Euro). Neben dem Klassiker und einer vegetarischen Variante klingt „Flammkuchen Meeresart“ sehr interessant. Ofenkartoffel stehen mit unterschiedlichen Füllungen auf der Karte. Beim Himmelsschreibersalat kann man zwischen Putenbrust, Lachs oder Krabben als Zutat wählen.

Auch wenn ich nur einen Kaffee und ein Croissant hatte: Es war eine wunderbare halbe Stunde mit entspannend weiten Blicken und einer erfrischend freundlichen Bedienung. Der perfekte Start in den Tag!

Café Himmelsschreiber Mo–So 10.00–21.00, Wegbeim Jäger, Geschäftsfliegerzentrum (GAT), 22335 Hamburg, Telefon: 50 75 38 61, info@cafe-himmelsschreiber.de, www.cafe-himmelsschreiber.de