Plan des Senats

Hamburg will noch mehr Plätze für Flüchtlinge schaffen

Obwohl das zuletzt angepeilte Ziel von 1000 neuen Unterkünften zu scheitern droht, kündigt der Senat noch einmal mehr an. Insgesamt soll nun auf 1900 Plätze aufgestockt werden.

Hamburg. Hamburg will die Flüchtlingsunterkünfte angesichts eines größeren Zustroms nochmals aufstocken. In diesem und im nächsten Jahr soll die Zahl der Plätze für Flüchtlinge und Obdachlose um insgesamt 1900 erhöht werden. Bei voller Auslastung dieser neuen Kapazitäten würden Ende 2014 rund 10.200 Plätze in der öffentlichen Unterbringung belegt sein, teilten die Sozial- sowie die Innenbehörde am Dienstag mit. Die Bürgerschaft soll die Haushaltsmittel für die Mehrkosten von 71,2 Millionen Euro bewilligen.

„Wir arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran, neue Standorte mit mehr Plätzen für Wohnungslose und Flüchtlinge zu schaffen“, sagte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD). Die Gespräche in den Bezirken liefen. Künftig soll die Zentrale Erstaufnahme (ZEA) der Behörde für Inneres und Sport eine Grundkapazität von 450 Plätzen in festen Bauten vorhalten. Zusätzlich sollen 400 Plätze in Containerunterkünften bereitstehen (Schnackenburgallee), um regelmäßig auftretende, aber vorübergehende Spitzen bei den Zugängen abzufedern.

Investitionen fließen den Angaben zufolge unter anderm auch in Unterrichtsangebote für Flüchtlingskinder, Jugendarbeit und zusätzliche Stellen in den Bezirksverwaltungen.

Zuletzt sollte an der Rahlstedter Straße ein Flüchtlingswohnheim entstehen. Angedacht ist ein Grundstück, das dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) gehört. Dieses ist bislang unbebaut. Laut einer DRK-Sprecherin habe man der Stadt angeboten, die Fläche temporär zur Verfügung zu stellen, damit dort künftig Asylbewerber Platz finden können. Beim Bezirksamt Wandsbek heißt es, dass derzeit geprüft werde, ob das Gelände geeignet sei.

Bislang hängt die Sozialbehörde bei ihrem Plan, zusätzliche Unterbringungsplätze für Flüchtlinge zu schaffen, weit hinterher. Bislang sind es lediglich 350 neue Plätze. Grund ist unter anderem die geringe Akzeptanz der Eigentümer von Nachbargrundstücken. So hat etwa das Verwaltungsgericht einer Klägerin recht gegeben und die Unterbringung von 120 Menschen auf dem ehemaligen Recyclinghof am Offakamp (Lokstedt) gestoppt.