St. Georg

Afrikanischer Flüchtling nach Messerattacke festgenommen

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Einer der Flüchtlinge aus Libyen soll in St. Georg mit zwei Messern auf zwei Männer losgegangen sein. Der Mann soll dem Haftrichter vorgeführt werden.

Hamburg. Die Polizei hat einen 24 Jahre alten Mann nach einem Messerangriff festgenommen, der nach eigenen Angaben zu den Libyen-Flüchtlingen gehört, die in Hamburg gestrandet sind. Gegen ihn ermittelt die Polizei nach Abendblatt-Informationen wegen des Verdachts der Bedrohung mit einem Messer. Es wird zudem geprüft, ob ein versuchtes Tötungsdelikt vorliegt.

Der 24-Jährige aus der Republik Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) hatte nach bisherigen Erkenntnissen in der Nacht auf Montag kurz nach ein Uhr ein Zelt der angemeldeten Versammlung „Flüchtlinge Lampedusa“ im Steindamm betreten. Er setzte sich an einen Tisch und sang. Nach kurzer Zeit trat er vor das Zelt und zog zwei Messer. Dadurch fühlte sich ein 47-jähriger Mann bedroht, der unmittelbar vor dem Zelt stand. Der Tatverdächtige ging anschließend um die U-Bahn-Station Hauptbahnhof-Süd herum und traf auf einen Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn (30). Der Tatverdächtige umkreiste den 30-Jährigen, hielt dabei in der einen Hand ein Buch, in der anderen Hand ein Messer und rief „Allahu Akbar!“. Dabei fuhr er immer wieder mit der Klinge des Messers über den Boden, als wolle er es schärfen. Als der Tatverdächtige wiederholt mit dem Messer in der Hand bedrohlich auf den 30-Jährigen zuging, flüchtete der Mann in Richtung Busbahnhof und informierte die Polizei. Diese traf an dem angegebenen Ort auf den Tatverdächtigen, der zwei Messer in den Händen hielt und mehrfach „Allahu Akbar!“ rief. Der 24-Jährige wurde daraufhin vorläufig festgenommen, die beiden Messer (Küchenmesser) wurden sichergestellt. Bei seiner Festnahme fiel dem Tatverdächtigen ein Koran aus der Jackeninnentasche, er machte jedoch keine Angaben.

Die Staatsschutzabteilung im Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen. Der Beschuldigte soll dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die 300 Flüchtlinge aus Afrika, überwiegend Wanderarbeiter, die von Libyen nach Italien geflüchtet sind, sollen von den italienischen Behörden mit 500 Euro und einem Touristenvisum für den Schengen-Raum ausgestattet worden sein. Dann flüchteten sie nach Hamburg, wo sie mehrere Wochen auf der Straße leben mussten. 80 von ihnen haben inzwischen in der St. Pauli Kirche Zuflucht gefunden und die von Menschenrechtlern unterstützte Initiative „Lampedusa in Hamburg“ gegründet. Aus deren Reihen wird bestritten, dass der Mann zu der Gruppe gehört.

Der Senat hingegen will die Afrikaner loswerden, zumal sich Italien bereit erklärt hat, sie nach Ablauf ihrer Visa wieder aufzunehmen. „Es gibt keine Perspektive in Hamburg“, sagte Innensenator Michael Neumann vor Kurzem. (dah/zv)

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