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"Die Tage sind für mich wie ein Kurzstudium"

Sieben ist eine heilige Zahl. Da passt es, dass die Busfahrt vom Rhein an die Elbe sieben Stunden gedauert hat. "Die Zeit habe ich aber auch gebraucht, um mein persönliches Kirchentags-Programm zusammenzustellen", sagt Heidrun Kottmann aus Schwalmtal am Niederrhein. Mit Klebezetteln hatte die 61-Jährige schon vorab einige Veranstaltungen markiert - um sich eben nicht zu verzetteln. "Ich setze Schwerpunkte", sagt die Lehrerin für Erziehungs- und Sozialwissenschaften. Das habe sie schon auf den Glaubenstreffen in Berlin (2003), Köln (2007), Bremen (2009) und München (2010) getan.

Die Bibelexegese möchte die verheiratete Mutter von zwei erwachsenen Söhnen am heutigen Donnerstag auf keinen Fall missen. Auch die Diskussionsrunde mit Altbischof Wolfgang Huber über den "Sinn des Wirtschaftens" hat die Christin, die sich seit Jahren ehrenamtlich in "ihrer" evangelischen Gemeinde engagiert, fest eingeplant. "Weil Huber auch Komplexes verständlich erklärt, sehr tiefgründig analysiert und offen und zugewandt rüberkommt."

In Hamburg war die Rheinländerin, für die Familie Schomacker-Reichelt in ihrem Zuhause in der Nähe der Helmut-Schmidt-Universität eine "Koje frei" hatte, zuletzt vor 20 Jahren. "Daher freue ich mich sehr auf die Stadt und auf Begegnungen in der HafenCity, diesem ganz neuen Stadtteil." Mit vielen Impulsen im Gepäck werde sie wieder abreisen, da ist sich Heidrun Kottmann sicher: "Die Tage sind für mich wie ein Kurzstudium."

Da muss ich hin: "Wie viel Privatheit braucht der Mensch?", Sonnabend 15 bis 18 Uhr, Ostflügel Universität Hamburg, Raum 221