Mai-Nacht in Hamburg

Zwei Festnahmen nach Krawallen vor der Roten Flora

In der vergangenen Nacht kam es immer wieder zu kleineren Zwischenfällen rund um das Kulturzentrum „Rote Flora“. Die Polizei nahm insgesamt zwei Menschen fest, elf wurden vorläufig in Gewahrsam genommen. Auch in Berlin gab es zahlreiche Festnahmen.

Hamburg. Die Walpurgisnacht ist im Hamburger Schanzenviertel weitgehend friedlich verlaufen. „Die Nacht war ruhig“, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen. Rund 400 Menschen hatten am Dienstagabend unter dem Motto „Take back the Night“ friedlich gegen Sexismus und eine männerdominierte Gesellschaft demonstriert. Die Proteste verliefen ohne große Zwischenfälle.

Nach dem Ende der offiziellen Demonstration wurden vor dem linken Kulturzentrum „Rote Flora“ in der Nacht vereinzelt Böller gezündet, Flaschen geworfen und unter anderem Mülleimer in Brand gesetzt. Krawallbereite Jugendliche versuchten nach Angaben der Polizei immer wieder das Schulterblatt zu blockieren, was ihnen nicht gelang. Insgesamt seien zwei Menschen festgenommen und elf in Gewahrsam genommen worden.

Am Mittwochabend findet dann die revolutionäre 1. Mai-Demonstration statt. Der Zug unter dem Motto „Das Proletariat hat kein Vaterland“ soll auch die „Rote Flora“ passieren. Auf die Einrichtung eines Gefahrengebiets rund um das Schanzenviertel will die Polizei in diesem Jahr verzichten.

Friedlich bleiben wird dagegen die Demonstration der Gewerkschaften. Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ startet die Kundgebung am Tag der Arbeit mit einem Demonstrationszug vom Spielbudenplatz auf St. Pauli bis zum Fischmarkt. Erwartet werden mehrere tausend Teilnehmer.

In Berlin haben am Dienstagabend rund 3000 Menschen in Berlin-Schöneweide gegen Rechtsextremismus demonstriert. Vereinzelt flogen Flaschen. Es gab nach ersten Angaben der Polizei rund 20 Festnahmen wegen Landfriedensbruchs, Vermummung und Sachbeschädigung. In der Walpurgisnacht waren rund 3000 Polizisten in der Hauptstadt im Einsatz.

Am Abend des Feiertages wollen linke und linksradikale Gruppen von Kreuzberg zum Boulevard Unter den Linden ziehen. Zu der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demonstration werden 10 000 Teilnehmer erwartet. Die Polizei in Berlin will mit einem Großaufgebot von rund 7000 Beamten zahlreiche Demonstrationen sichern. Einer der Schwerpunkte ist ein Aufzug der rechtsextremen NPD in Schöneweide. Ein Bündnis aus Politik, Gewerkschaften und Kulturschaffenden will mit Sitzblockaden die Rechten-Demo massiv behindern und rechnet mit bis zu 10 000 Demonstranten.