Hamburger Eltern klagen über Ganztagsbetreuung

Viele Kantinen noch nicht fertig, mangelhafte Informationen zu Kursen

Hamburg. Der Landeselternausschuss (LEA) hat Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) massive Fehler und Versäumnisse beim Aufbau des Ganztagsbetriebs an Grundschulen vorgeworfen. "Die Lawine ist losgetreten, aber die Qualität bleibt auf der Strecke", sagte Jörg Gröndahl, Vorstandsmitglied des für die Kindertagesbetreuung zuständigen Elternausschusses.

An vielen der 45 Schulen, die seit dem Beginn des Schuljahres ganztags unterrichten und betreuen, seien die Kantinen immer noch nicht fertiggestellt. Schon jetzt sei absehbar, dass dies an etlichen der 75 Standorte, die nach dem Sommer hinzukämen, ebenso der Fall sein werde. Defizite sieht der LEA auch bei der Information der Eltern über die künftigen Ganztagsangebote. "Wie soll ich mein Kind für einen Kurs anmelden, wenn ich gar nicht weiß, welche Kurse es gibt?", fragte Gröndahl.

Rabe bestreitet nicht, dass es Probleme bei der Umorganisation gibt. "Den Eltern, die an ihren Schulen den Antrag auf Umstellung auf den Ganztag gestellt haben, war aber klar, dass es im Übergang zu Provisorien kommen würde", sagte Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde. Den Wunsch nach einer zeitlichen Streckung der Reform lehnte der Sprecher ab. "Wir gehen bei der Systemumstellung keinen Schritt zurück", sagte Albrecht. "In Einzelfällen kann man sehen, was möglich ist."

Dem Elternausschuss reicht das nicht. "Wir brauchen ein Notfallpaket, das mit zusätzlichen Mitteln und zusätzlichem Personal die schlimmsten Probleme abfedert", sagte Gröndahl.