„Sterbehilfe Deutschland e.V.”

Kusch: Verein half bereits 60 Menschen beim Sterben

Im letzten Jahr will der Verein 27 Menschen geholfen haben. Gründer Roger Kusch: „Thema Sterbehilfe hat mich mein Amt gekostet”.

Hamburg. Der umstrittene Verein Sterbehilfe Deutschland e.V. hat nach Angaben seines Gründers Roger Kusch bisher etwa 60 Menschen beim Sterben geholfen. Allein im vergangenen Jahr seien es 27 gewesen, sagte der ehemalige Hamburger Justizsenator. Die Tendenz sei leicht steigend. Er bestätigte damit Zahlen, die in einem Bericht der Zeitschrift „Bild der Frau“ genannt wurden. „Wir arbeiten nicht im Verborgenen, jeder Fall wird dokumentiert... Das Thema Sterbehilfe hat mich mein Amt als Justizsenator gekostet.“, zitierte ihn das Blatt.

Tötung auf Verlangen steht in Deutschland mit bis zu fünf Jahren Haft unter Strafe, nicht jedoch Beihilfe zum Selbstmord. Ein Verbot der kommerziellen Sterbehilfe rückt nun näher. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung passierte Mitte Oktober ungehindert den Bundesrat. Danach soll eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe erhalten, wer absichtlich und gewerbsmäßig einem anderen die Gelegenheit zur Selbsttötung gewährt, verschafft oder vermittelt. Angehörige, nahestehende Menschen, Ärzte und Pfleger sollen für die Begleitung zum Sterbehelfer aber nicht belangt werden.