Blue-Port-Fotowettbewerb

Lichtkünstler Michael Batz gefällt Protestbild

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Juliane Kmieciak

Bei dem Fotowettbewerb von hamburg.de wählten Nutzer ein Protestbild auf den ersten Platz. Den Hauptpreis gewann trotzdem ein anderes Foto.

Hamburg. Eigentlich sollte es bei dem Blue-Port-Foto-Wettbewerb von hamburg.de nur einen Gewinner geben. Doch die Nutzer des Stadtportals wählten ein Bild auf den ersten Platz, mit dem hamburg.de nicht gerechnet hatte.

Denn: Die Sieger-Aufnahme zeigte nicht die im klassischen Sinne schönste Aufnahme der "Blue Port Lichtinstallationen", sondern einen „Fuck U!“ Schriftzug an einer Fußgängerbrücke an der Hafenstraße. Das Bild einer Protestaktion am Rande der Cruise Days. Aufgenommen und hochgeladen von dem Hamburger Künstler Nils Waldow.

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Eigentlich hatte der 35-Jährige damit gerechnet, dass sein Bild ab Donnerstag das Titelbild der Facebook-Präsenz von hamburg.de sein wird. Das sollte Teil des Preises sein, hieß es im Vorfeld. Doch „Fuck U!“ ging für hamburg.de offenbar ein wenig zu weit. Und so entschied man sich für eine diplomatische Lösung und kürte einfach zwei Gewinner.

„Uns ist es wichtig, ein Profilbild zu nutzen, mit dem alle Fans etwas anfangen können, nicht nur diejenigen, die die aktuelle Diskussion im Netz verfolgt haben“, sagte Axel Konjack, Geschäftsführer von hamburg.de.

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Zu der Siegerehrung wurde neben Waldow also auch noch Dennis Weber, der Sieger Nummer Zwei eingeladen. Der 36-jährige hatte ein sehr schönes, aber vergleichsweise „harmloses“ Bild von der blau beleuchteten Köhlbrandbrücke hochgeladen. Dafür bekam er den Titel „Sieger der Herzen“, Waldow wurde zum „technischen Sieger“ ernannt. Wie viele Klicks die Köhlbrandbrücke im Vergleich zur Protestaktion bekommen hatte, wurde nicht bekannt gegeben.

Bei der Siegerehrung am Mittwoch war auch Blueport-Künstler Michael Batz vor Ort, um den Siegern die Abzüge ihrer Bilder zu überreichen. "Ich finde beide Bilder sehr gut", sagte Batz. Auch mit dem Protestbild hatte er keine Probleme, im Gegenteil: "Kunst, die nicht kritisch ist, ist inhaltsleer". Eine Stadt wie Hamburg müsse so ein Bild vertragen, sagte er weiter.

Die Abzüge der Gewinnerbilder lagen bei der Siegerehrung noch nicht im geplanten Großformat vor. Bis es soweit sei, werde es laut hamburg.de noch ein paar Tage dauern. Auf die Signierung der kleinformatigen „Interimslösung“ wollte Batz dann lieber verzichten.

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