Im September ist "China Time"

Großereignis: Hamburg feiert Partnerschaft mit Asien. 100 000 Besucher werden erwartet. Schon jetzt umfaßt das Programm mehr als 200 Veranstaltungen - der Bürgermeister stellte es vor.

Der gigantische Schwung der WM ist noch nicht vorbei - da bereitet sich Hamburg schon auf das nächste Großereignis vor. Am 13. September beginnt China Time - eine Mischung aus Volksfest, Wirtschaftsforum und Polittreff - kurzum: ein riesiges Spektakel rund um die Beziehungen zwischen Hamburg und China, zu dem 100 000 Besucher erwartet werden. Auch die 20jährige Städtepartnerschaft zwischen der Hansestadt und Shanghai soll gefeiert werden.

So viele Vereine, Sponsoren und Institutionen haben ihre Teilnahme bereits zugesagt, daß die China Time von ursprünglich elf auf 19 Tage verlängert werden muß. Schon jetzt umfaßt das Programm mehr als 200 einzelne Veranstaltungen. Als Motto gilt: "Hamburg - China ganz nah".

Bürgermeister Ole von Beust (CDU) stellte das Projekt im Gästehaus gestern persönlich vor. "Wir starten durch", so von Beust, "und machen jetzt den fliegenden Wechsel von der WM zur China Time". Einige Höhepunkte:

  • Zwischen dem Altbau der Kunsthalle und der Galerie der Gegenwart wird ein chinesischer Pavillon errichtet. Das Besondere: Er besteht aus 34 Containern deutscher und chinesischer Handelsfirmen. Wenn China Time am 13. September eröffnet wird, werden sich 400 hochrangige Gäste - darunter der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao - in dem in Rot gehaltenen Raum auf 600 Quadratmetern treffen.
  • In der Galerie der Gegenwart werden 400 Werke zeitgenössischer chinesischer Künstler zu sehen sein. Sie stammen aus der weltweit größten Privatsammlung des Schweizers Uli Sigg. Auch der chinesische Rocksänger CUI Jian hat seine Teilnahme angekündigt.
  • Auf dem Jungfernstieg lädt ein von Roncalli organisierter großer chinesischer Markt zum Entdecken, Erleben und Probieren ein. In rund 60 palastartigen Pagodenzelten warten Kunsthandwerker, Artisten, Musiker und Gaukler. Man kann Gemüseschnitzer, Zuckerzieher und Kalligraphiekünstler bestaunen, an der Binnenalster wird ein echtes chinesisches Reisfeld aufgebaut.
  • In der Handelskammer läuft die dreitägige Konferenz "Hamburg Summit: China meets Europe" - eine dreitägige Veranstaltung mit rund 300 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Thema ist der Dialog zwischen China und Europa.
  • Die in Hamburg lebenden Chinesen haben über alle Vereinsgrenzen hinweg ein Organisationskomitee gebildet, das am 29. September eine große Festgala mit zahlreichen Highlights im CCH ausrichten wird.

Außerdem präsentieren Schulen und Hochschulen ihre China-Projekte. Mit dabei ist das Walddörfer Gymnasium, die erste Schule, in der Chinesisch als Abiturfach eingeführt wurde. Altkanzler Helmut Schmidt wird sein neues Buch "Nachbar China" vorstellen. Chinesische und deutsche Jugendliche diskutieren über Zukunftsvisionen, Mediziner aus Ost und West stellen neue Erkenntnisse zur traditionellen chinesischen Medizin (TCM) vor. Für den Ausbau von Kontakten wird es eine Börse für chinesische und deutsche Unternehmen geben, die über Geschäftsverbindungen mit China informiert.

Als sichtbarstes Zeichen der China Time wird, wie berichtet, ein sieben Meter langer und fünfeinhalb Meter hoher Kupferdrache auf der Binnenalster verankert, der - wie China-Time-Organisator Knut Terjung sagt, als Glücksbringer des Events gilt.

Bürgermeister von Beust stellte klar, daß während der China Time auch das Thema Menschenrechtsverletzungen zur Sprache gebracht werde. "Das wird keine Jubelveranstaltung, sondern wir werden uns auch die Meinung sagen", so von Beust. "Freunde belehrt man aber nicht öffentlich, sondern man sagt ihnen unter vier Augen die Meinung."