Hans-Bernd Giesler - ein Anwalt für Asien

Immer mehr Chinesen entdecken Hamburg als Wirtschaftsmetropole: "Hamburg ist der wichtigste Standort für chinesische Firmen und wird es auch bleiben", sagt Hans-Bernd Giesler (76). "Die Wachstumsrate in China liegt zwischen sieben und neun Prozent. Hamburg wird davon in den nächsten Jahren weiter kräftig profitieren." Der Wirtschaftsanwalt und Asien-Kenner ist seit 1994 Begründer und Präsident der Chinesisch-Deutschen Gesellschaft in Hamburg. Mehr als 300 Mitglieder zählt die Vereinigung, vom Studenten bis zum Sinologie-Professor. Zwei Drittel sind Deutsche, ein Drittel Chinesen.

Insgesamt 20 000 Chinesen leben in Hamburg, die größte China-Gemeinde Deutschlands.

In Gieslers Büro am Baumwall - Memorabilien aus Asien zuhauf: Kunstwerke, Ehrungen, die chinesische neben der Hamburg-Fahne. 1960 begann der Junganwalt nebenbei zunächst, sich um deutsch-japanische Wirtschaftsbeziehungen zu kümmern. Giesler gründete das Deutsch-Japanische Wirtschaftsbüro in Hamburg. 1968 initiierte er das Kirschblütenfest. Später wirkte er im Vorstand des Ostasiatischen Vereins. "Mehr als 70mal war ich in den vergangenen 45 Jahren in Asien", sagt Giesler. "Es geht uns um den Austausch von Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft, um menschliche Kontakte", erläutert er die Aufgaben der Chinesisch-Deutschen Gesellschaft. Sie organisiert Vorträge, Ausstellungen, rund zwölf Events im Jahr. "Deutsche sollen die Schätze der jahrtausendenalten chinesischen Kultur besser kennenlernen, die Denkweise. Die Chinesen sollen unsere kulturelle Vergangenheit, Mentalität besser verstehen." Giesler sammelt Kunst, hört gerne Musik, segelt, spielt Tennis. Mit seiner Gattin Ursula wohnt er an der Alster. Chinesisch lernen? Giesler schmunzelt: "Damit fange ich nicht erst an, ich bin nicht so sprachbegabt."