Die Bredenbek - der Fluss der vielen Quellen

Serie: Hamburg am Wasser - das Abendblatt stellt Flüsse und ihre Geschichte vor

Der Wald wirkt wie das Zauberwerk einer Nixe: Überall Bachläufe, Teiche und an den Hügeln Rinnsale von Hang- und Sickerwasser: Hamburg besitzt nicht besonders viele Quellen, hier aber brechen sie reihenweise aus dem Boden.

Der Bredenbek schenkt das Rodenbeker Quellental eine letzte Stärkung, bevor der "breite Bach" nach acht Kilometern durch Hamburgs grünen Nordosten in die Alster mündet. Sein Oberlauf führt weit in die Vergangenheit: In der Eiszeit türmt sich der Bredenbek-Gletscher über Ahrensburgs Flur. Aus seinen Schmelzwassern gehen auch Ammersbek, Drosselbek, Lottbek und Rodenbek hervor.

Die Bredenbek entspringt dem sumpfigen Waldstück Neuer Teich. Nach wenigen Hundert Metern an der Seite eines schönen Wanderwegs mündet der Bach in den Bredenbeker Teich, den Zisterzienserinnen um 1500 zur Fischzucht anlegen und den Peter Rantzau vom Gut Ahrensburg später vergrößert.

1924 erwarb ihn der Hamburger Holzhändler Wilhelm Gratenau mit dem Gut Lindenhof. Der Kaufmann importierte Holz und Zellstoff aus Skandinavien und dem Baltikum. Er baute ein großes Strandbad ans Nordufer.

Hinter dem großen Teich fließt die Bredenbek ziemlich ungezähmt durch eine leicht hügelige Endmoränenlandschaft. Im Röhricht blühen Veilchen, Schuppen- und Gelbwurz. Hinter der U 1 erreicht das Flüsschen den waldumfriedeten Hörndiek. Die letzten zwei Kilometer sind ein tief eingeschnittenes Tal. Rohrsänger, Zwergtaucher und Blässhuhn waten durchs Nass. Bitterlinge, Rotfedern und Schlammpeitzger locken sogar Graureiher an.

Vor 115 000 Jahren war das Rodenbeker Quellental ein Eisstausee, der auch die Alster stoppte. Jetzt bietet er das perfekte Biotop für Lebewesen zwischen Wasser und Land: In den Bruch- und Auwäldern fühlen sich zahlreiche Amphibien wohl.

Dank der vielen Quellen ist die Bredenbek am Ende so frisch, dass sie sogar Fische aus der Roten Liste zufriedenstellt: Quappe, Moderlieschen, Hasel, und der Dreistachlige Stichling - ein Naturparadies, das jeden Schutz verdient.

Montag: Mellingbek