Henning Voscherau erhält die Bürgermeister-Stolten-Medaille

Ehemaliger Regierungschef für Verdienste um Hamburg geehrt

Hamburg. Der Senat hat den früheren Bürgermeister Henning Voscherau (SPD) mit der Bürgermeister-Stolten-Medaille ausgezeichnet. Er habe die Rolle des Ersten Bürgermeisters und ihre Wahrnehmung in der Stadt nachhaltig geprägt, sagte der amtierende Regierungschef Olaf Scholz (SPD) in seiner Würdigung im Rathaus.

Voscheraus Amtszeit von 1988 bis 1997 sei bewegt gewesen: "Die Wirren um die Hafenstraße, die Übernahme von 41 500 Wohnungen der Neuen Heimat Nord, die Folgen der Wiedervereinigung, die Vision der HafenCity." Hamburg habe allen Grund, auf diesen Bürger und sein Wirken stolz zu sein, sagte Scholz vor rund 60 Gästen, darunter Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD), die ehemaligen Bürgermeister Peter Schulz (SPD) und Christoph Ahlhaus (CDU) sowie die Ehrenbürger Uwe Seeler, Hannelore und Helmut Greve, daneben Unternehmer Michael Otto und der frühere Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU).

Henning Voscherau sprach in seiner Dankesrede davon, wie er selbst als Regierungschef die Medaille verliehen habe. Er habe dies seinerzeit als "Symbol des Abschlusses" angesehen. Diese Sichtweise sei allerdings "unreif". Er sehe sich selbst nicht als "altes Eisen" an und sagte in Richtung des amtierenden Bürgermeisters: "Ich werde dir nicht in die Quere kommen, aber trotzdem meine Meinung sagen."

So mahnte er dann auch gleich an, dass mit der Elbphilharmonie "eine aus dem Ruder gelaufene Baustelle endlich einen Abschluss finden" müsse. Voscherau erinnerte daran, dass er sich aus Sicherheitsgründen im Amt nie mit seiner Familie in der Öffentlichkeit zeigen konnte. "Meine Familie hat damals die Zeche gezahlt."

Die 1925 gestiftete Medaille ist eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt. Sie erinnert an Otto Stolten (1853-1928), den ersten sozialdemokratischen Abgeordneten in der Bürgerschaft. Stolten war von 1919 bis 1925 Zweiter Bürgermeister. Die SPD hatte damals darauf verzichtet, den Ersten Bürgermeister zu stellen, obwohl sie die absolute Mehrheit hatte.