SPD: Geheimer Deal bei der Elbphilharmonie

Früherer Senat soll Baukonzern Strabag für dessen Schweigen Zusagen gemacht haben

Hamburg. Wollte sich der Hamburger Senat 2006 das Schweigen des Baukonzerns Strabag über zu erwartende Probleme beim Bau der Elbphilharmonie erkaufen? Diesen Vorwurf erhob der SPD-Abgeordnete Metin Hakverdi gestern in der Bürgerschaft. Der damalige CDU-Senat habe Strabag Aufträge in Hamburg oder eine Zahlung über drei Millionen Euro in Aussicht gestellt, damit die Firma nicht über den Grund für ihren Rückzug aus dem Bieterverfahren berichte, sagte Hakverdi. Das sei nämlich die mangelnde Ausschreibungsreife des Projekts gewesen.

Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) machte in der Debatte den Baukonzern Hochtief für die Probleme beim Bau der Elbphilharmonie verantwortlich. Hochtief habe wichtige Ausführungsplanungen noch nicht geleistet und sei daher "für Bauverzögerungen verantwortlich", sagte Kisseler. Weitere Nachforderungen könne die Baufirma gleich ans Landgericht Hamburg schicken, das auf Antrag der Stadt bereits die Verantwortung für die Bauverzögerungen klärt. Der Senat verfahre nach dem Motto: "Keine Spielchen mehr." Kisseler erwartet, dass Hochtief die Stadt für die Verzögerung verantwortlich machen und etwa 100 Millionen Euro nachfordern wird. Damit könnte der städtische Anteil am Projekt auf gut 450 Millionen Euro steigen.