Kommentar

Ein Projekt macht Hoffnung

Die Mümmelmannsberg-Häuser werden endlich saniert

Die Verantwortlichen von Saga und Stadt schienen überrascht vom Andrang, als sie ihre Sanierungspläne für Mümmelmannsberg verkündeten: Man habe gar nicht damit gerechnet, dass viele Journalisten so weit aus der City herauskämen. Es war die gute Nachricht, die bewegte: Es wird saniert, die Mieten sollen moderat bleiben. Während in Wilhelmsburg die privatwirtschaftliche Gagfah dem Ruf der Immobilienhaie gerecht wird und Objekte vergammeln ließ, gibt die städtische Gesellschaft Saga ein positives Signal. Und die Bausenatorin darf sich im Glanz des Tages sonnen.

Diese günstigen Wohnungen liegen nicht szeneschick auf St. Pauli oder in Eimsbüttel, aber sie sind da und werden nun in besseren Zustand versetzt. Vielleicht ist es eine Utopie, dass Quartiere wie Wilhelmsburg, Mümmelmannsberg oder Steilshoop eines Tages angesagt sind. Ausgeschlossen ist es angesichts des Wandels der Stadt aber nicht, eher eine Frage der Zeit. Hamburg war bis vor einigen Jahren berühmt für seine bunte Vielfalt an lebenswertem Wohnraum. Nun prägt die drohende Spaltung zwischen Arm und Reich das Meinungsbild. Deshalb müssen die Zäsuren zwischen den Stadtteilen abgemildert werden. Das Mümmel-Projekt macht Hoffnung. Und vielleicht sollten wir uns alle öfter in Ecken bewegen, die wir bislang viel zu selten besuchen.