Kommentar

Nicht mit Leben erfüllt

Das China-Teehaus schließt und blieb Hamburg bis zuletzt fremd

Dass in China der Zeitbegriff sehr relativ ist, weiß jeder, der die Spezialität der sogenannten tausendjährigen Eier kennt - sie haben gerade mal einige Wochen hinter sich. Auch die Lebensdauer des chinesischen Teehauses in Hamburg-Harvestehude ist nun sehr viel kürzer als gedacht: Nur drei Jahre nach der pompösen Eröffnung ist der exotische Bau hinter dem Völkerkundemuseum geschlossen.

Dabei war die Idee durchaus gut, mit dem Nachbau des berühmten Yu Garden in Hamburg ein Tourismuszentrum mit Blick auf die Partnerstadt Shanghai zu schaffen. Die chinesische Metropole, Hamburg seit 1986 freundschaftlich verbunden, gab das Geld - viel Geld - und der Senat ein teures Grundstück. Doch letztlich wurde das Leuchtturm-Projekt nicht mit Leben erfüllt. Der Blick von außen auf die Pagode und die Gartenanlage versprach viel, was das Teehaus im Inneren nicht hielt. Nüchterne Atmosphäre, mäßiges Essen: So wurde der Hamburger Yu Garden im Gegensatz zum Original kein Besuchermagnet. Für die Mitglieder der China-Gesellschaft ist die Schließung, die wohl von Dauer sein wird, ein Verlust. Für Hamburg eine vertane Chance.