Die CDU verliert in den Großstädten dramatisch, wie auch in Hamburg. Was muss geschehen, damit die Partei wieder attraktiver wird?


Marita Meyer-Kainer

Hamburg. Eine prosperierende Wirtschaft und sozial gerechter Ausgleich. Integration der Zuwanderer, die sich zu den Grundwerten von Demokratie und Gleichberechtigung bekennen. Toleranz gegenüber Lebensentwürfen, die die klassische bürgerliche Vorstellung verlassen. Eine Schul- und Bildungspolitik, die alle sozialen Schichten fördert und damit der Großstadt-Funktion als lebendiger Keimzelle des Fortschritts gerecht wird. Wir brauchen einen fantasievollen Pragmatismus, der von den Entfaltungsmöglichkeiten seiner Bürger lebt. Die CDU ist erfolgreich, wenn sie das Gemeinwohl vor das Wohl von Interessengruppen stellt und die Sicherheit der Menschen garantiert.

Karin Prien

Die CDU hat gerade in Hamburg gezeigt, dass sie "Großstadtpartei kann". Die Schwäche wird nur Momentaufnahme bleiben, wenn die Partei sich in ihren Strukturen erneuert. Vertrauen werden wir nur zurückgewinnen durch glaubwürdige, kompetente Persönlichkeiten, die für die Vielfalt der Union als Volkspartei stehen. Angezeigt ist eine offene Debattenkultur mit unseren Mitgliedern und der Gesellschaft und Klarheit in Grundpositionen. Beliebigkeit ist Gift! Unsere Vision für die Stadt muss überzeugen und wir brauchen Sensibilität für gesellschaftliche Entwicklungen. Unsere Mitglieder sind mit ihrem Umfeld Teil der Gesellschaft. Ihre Meinung muss uns wichtig sein.

Christian Albert Jacke

Lust auf die Zukunft machen! CDUPolitik muss wieder konkret und erlebbar werden: Wirtschaftskompetenz, solide Stadtfinanzen und eine sichere, moderne Gesellschaft - für alle. Wie das geht? Gut zuhören, das Parteiprofil schärfen und überzeugende Personen aufbieten. So, dass wir die Herzen der Hamburger wieder erreichen. Und: die wirklich wichtigen Themen beherzt anpacken. Neue Gesichter schaden nicht - im Gegenteil. Die CDU braucht einen Parteichef, der nachweislich Erfahrung in Aufbauarbeit und Führung mitbringt und der sich auf die Erneuerung der Partei ganz und gar konzentriert. Einer, der selbst Lust auf die Zukunft hat und andere damit "ansteckt"!

Marcus Weinberg

Die CDU muss ihre konservativen, liberalen und christlich-sozialen Grundüberzeugungen mit den sich verändernden Lebensumständen der Menschen einer Großstadt in Einklang bringen. So braucht der von Gewalt bedrohte Polizist mehr Sicherheit und die alleinerziehende Mutter mehr Unterstützung. Wir stehen für beides! Wahrnehmbar muss für die Menschen sein, dass wir mit ihnen leben - nicht an ihnen vorbei. Authentizität und Glaubwürdigkeit sind Voraussetzung, um mit den Hamburgern die Zukunft gemeinsam erfolgreich zu gestalten. Unser Erscheinungsbild muss das Lebensgefühl der Stadt widerspiegeln - modern, offen, selbstbewusst und bürgernah.

Rolf Reincke

Als einziger Bewerber habe ich die CDU stets als "liberale Großstadtpartei" positioniert. Damit wollte ich von Anfang an deutlich machen, dass die Chance der CDU, in Hamburg wieder an die Regierung zu gelangen, nur dann gegeben ist, wenn wir das offene und freie Lebensgefühl der Menschen aufgreifen. Diese Chance sehe ich nur darin, der Stadt und den Wählern Personen mit der Offenheit, der Liberalität und dem Charisma eines Ole von Beust anzubieten, die hohes Vertrauen genießen und authentisch sind - dann wählen die Menschen wieder die CDU, auch wenn sie ihr weniger zuneigen. Eine konservative Rolle rückwärts wäre auf viele Jahre ein Minderheitenprogramm.

Detlef Felix Hartmann

Ich habe ein gutes Wahlergebnis am 20. Februar 2011 für die CDU erreicht, da ich einen persönlichen, bürgernahen Wahlkampf für Hamburg- Mitte geführt habe. Dabei habe ich erkannt, dass wir die Interessen der Menschen viel mehr wahrnehmen müssen und umsetzen sollten. Wir müssen zur alten Stärke mit einem neuzeitigen Wandel zurückkehren. Lebendige, politische und gesellschaftliche Diskussionen werden dazu beitragen, die CDU funktionsfähiger zu machen und Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Mit klaren Inhalten, überarbeiteten Strukturen und gezielter Organisation wird die CDU ein besseres Verständnis bei den Menschen erreichen.

Detlef Bandow-Tadsen

Da ich nach der Lehre der "Art-Eigenheit" lebe und die CDU in ihrem Programm von der Einzigartigkeit jedes Menschen spricht, ist es von großer Bedeutung, dass man den Willen des Bürgers durch Zuhören erkennt. Denn der Wille jedes einzelnen Bürgers ist von großer Bedeutung, wenn ein Staat funktionieren soll. Besonders in den Großstädten wie Hamburg, wo sehr viele Menschen aus verschiedenen Ländern leben, ist die Achtung dieser Unterschiedlichkeit von großer Bedeutung. Wenn ich Landesvorsitzender werde, werde ich den Willen jedes Bürgers achten. Denn ein Staat besteht aus allen Bürgern und der Verwaltung, wobei der Bürger immer an erster Stelle steht.

Sebastian Fuß

Wir müssen mit festen Überzeugungen im unaufhörlichen Wechsel der Großstadt den Menschen Orientierung geben. Die Familie ist der Kern der Gesellschaft und der christlichen Glaubensgemeinschaft. Dass die Formen des Familienlebens besonders in der Großstadt heterogen sind, bietet die Chance, hier den Ausgangspunkt unserer Politik neu zu definieren: Die Familie muss von guter Politik begleitet werden, beginnend bei der Kita über ein erfolgreiches Bildungssystem, Vereinbarkeit mit dem Beruf bis zur guten Versorgung und Integration im Alter. Mit diesem Angebot kann es gelingen, die Menschen in der Stadt zu unterstützen, Migranten wie Zugezogene und Alteingesessene.