Hamburger Krankenhäuser

Die neue Superklinik der Hansestadt steht in Eimsbüttel

Foto: Patrick Piel

Aus drei wird eins: Das neue Diakonieklinikum Hamburg besitzt Europas modernste Operationssäle, eine Dementenstation und 360 Zimmer.

Eimsbüttel. Es sind zwei Dinge, auf die das neue Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg besonders stolz ist: ein schweres Buch mit abgewetztem Einband und vergilbten Seiten, in dem am 17. Juli 1954 die Geburt von Angela Merkel vermerkt wurde; und ein Operationsraum der Superlative - mit blau verglasten Wänden und Europas modernster Hightech-Ausstattung.

Hervorgegangen ist das neue Klinikum in Eimsbüttel aus der Fusion von drei alten, evangelischen Traditionskrankenhäusern: Alten Eichen, Bethanien und Elim - in Letzterem kam die Bundeskanzlerin als Tochter von Herlind Kasner zur Welt. In vier Wochen werden hier zahlreiche Patienten, 110 Ärzte und ebenso viele Klinikmitarbeiter einziehen; heute wird der unmittelbar neben dem Elim liegende Neubau an der Hohen Weide von Gesundheitssenator Dietrich Wersich und 300 geladenen Gästen feierlich eröffnet. Die ersten Überlegungen, die einst von Diakonissen betriebenen Häuser zusammenzulegen, hatte Geschäftsführer Jörn Wessel bereits vor zwölf Jahren. "Es war uns klar, dass die Situation für kleine Krankenhäuser kritisch wird und wir nur durch einen Zusammenschluss überleben können", sagt er. 2005 schließlich fusionierten die drei Kliniken zum Diakonieklinikum, betrieben aber weiterhin ihre drei Standorte - nun wird der Zusammenschluss durch den Einzug in den 101-Millionen-Euro-Neubau perfekt. "Wir freuen uns sehr, dass es jetzt bald losgeht", sagt Wessel.

Noch wuseln überall Handwerker und IT-Techniker herum. Sie montieren Tische und Stühle, verlegen die letzten Kabel und stellen die Hightech-Geräte in den Operationssälen ein. Eigentlich hätte der Umzug schon im Januar stattfinden sollen, doch ein Wasserschaden verzögerte die Angelegenheit: Knapp 400 Liter waren von außen in das Gebäude eingedrungen.

"Glücklicherweise war nur der Estrich im Untergeschoss betroffen", sagt Wessel. Er steht im "Magistrale" genannten Eingangs- und Empfangsbereich des Klinikneubaus, der sich über die Gesamtlänge des Neubaus erstreckt, die immerhin 153 Meter beträgt. Eine Längsseite der "Marginale" ist komplett verglast und gibt den Blick frei auf die Sportplätze des Eimsbütteler Turnverbandes.

Der hat einen Teil seiner Fläche für den Neubau zur Verfügung gestellt und als Gegenleistung zwei Kunstrasen- und zwei Beachvolleyballplätze erhalten, eine Dreifeldhalle ist in Planung. An dem einen Ende der "Magistrale" liegt die Cafeteria, die auch der Öffentlichkeit offen stehen wird, am anderen befindet sich der "Raum der Stille". In der Mitte ist an einem langen Tresen die zentrale Aufnahme untergebracht; in den "back-offices" dahinter wird dafür gesorgt, dass alle Patienten zügig versorgt werden.

Über vier große Türen gelangt man zu der interdisziplinären Notaufnahme mit Kardiologie, den chirurgischen Eingriffsräumen und der Radiologie mit ihrem neuen Magnetresonanztomografen und dem Computertomografen. "Diese Geräte arbeiten digital, sodass die Aufnahmen überall abgerufen werden können - auch auf den mobilen EDV-Wagen auf den Stationen", sagt Wessel stolz.

Im vierten Block ist die Endoskopie mit hoch modernen Geräten untergebracht. "Diese Räume sind mit den Operationssälen vernetzt, sodass die Chirurgen von dort den hier tätigen Kollegen Tipps geben können", sagt Wessel. Ein solcher "cross talk" zwischen Endoskopie und Chirurgie sei einmalig.

Im ersten Obergeschoss befinden sich die Intensivstation und die sieben Hightech-Operationsräume, deren Glastüren jede von einer Hamburgensie geschmückt werden, darunter die Symbole von HSV und St. Pauli, der Michel und Hummel.

In den oberen drei Stockwerken schließlich sind die Demenzstation und die 345 Ein- und Zweibettzimmer untergebracht. 25 weitere Zimmer werden von der CardioClinic belegt, die vom Asklepios-Konzern betrieben wird.