Hamburg-Serie

Altona: Neue Wohnungen und alter Ärger

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Was ändert sich 2011 in Hamburg, was haben die Bezirke vor? Heute: Altona. Bauprojekte führen im Bezirk immer wieder zu Bürgerprotesten.

Altona. Wo wird in diesem Jahr in den Hamburger Bezirken gebaut? Was ist dort geplant? Das Abendblatt hat nachgefragt. Heute der letzte Teil der Serie: Altona.

Schöner Wohnen

2011 starten über den Bezirk verteilt eine Reihe von Wohnungsbau-Projekten: An der Leverkusenstraße ist ein Neubau von Mehrfamilienhäusern mit 90 Wohnungen geplant. Genehmigt ist der Bau von 135 Wohnungen am Eckhoffplatz in Lurup. An der Behringstraße sollen rund um das Hundertwassercafé (24) 43 neue Wohnungen gebaut werden. Auch die Saga plant dort Wohnungsbau und will dazu einen alten Bunker abreißen. An der Chemnitzstraße mitten in Altona hat der Bau von 115 Wohnungen bereits begonnen, genauso wie in der nahen Jessenstraße auf dem Gelände des früheren Jugendamts. 54 Wohnungen sind auch an der Kleinen Bergstraße geplant. Und an der Virchowstraße soll ein Schulgebäude zu einem Wohnhaus umgebaut werden.

Streit um neues Geschäftshaus

Bei der SEB Bank an der Neuen Großen Bergstraße mitten in Altona plant ein Investor ein neues Geschäftshaus, das die Straße verkleinern würde. Das ist nach altem Bebauungsplan zulässig, die Bezirkspolitik sorgt sich heute aber um die Marktfläche dort. Ausgang offen.

Stattliche Villen in Rissen

17 Stadtvillen sollen an der Rissener Landstraße gebaut werden. Mit dem Verkauf des Grundstücks soll das Haus Rissen finanziell gesichert werden.

Kaufen im Kaufland

An der Stresemannstraße 300 ist der Bau eines Kaufland-Verbrauchermarktes genehmigt.

Ein Zentrum für Lurup

Am Eckhoffplatz 5 plant ein Investor ein Fachmarktzentrum für Lurup. Bedenken gibt es aber noch wegen der Sperrung der Lüttkamps (*).

Wie hübsch wird Ikea?

Am 8. Februar soll der Fassaden-Wettbewerb für das neue Ikea-Haus in Altona entschieden werden, im Herbst ist voraussichtlich Grundsteinlegung.

Mehr Sitze am Volkspark

Die Imtech-Arena am Volkspark soll um etwa 3000 auf 60 000 Plätze erweitert werden.

Logieren am Elbhang

An der Köhlbrandtreppe am Elbhang ist der Bau eines Boardinghouse geplant, Baustart ist voraussichtlich noch in diesem Jahr.

S chutz für Blankenese

Mit acht neuen Bebauungsplänen will der Bezirk das Treppenviertel in Blankenese vor zu großen und untypischen Neubauten schützen. Sie liegen derzeit öffentlich aus und könnten noch dieses Jahr wirksam werden.

Vorgezogene Mitte

Die Planung für die Neue Mitte Altona wird in diesem Jahr weiter betrieben, für einen kleinen Teil im Norden (Holsten-Gelände) soll es bereits 2011 eine Baugenehmigung geben. Insgesamt sind allein im sogenannten Gleisbogen knapp 2000 Wohnungen geplant.

Ein Haus für Osdorf

Die Schule Barlsheide in Osdorf wird im Sommer in einen Neubau an der Bornheide umziehen. Die alte Schule wird dann zum lange geplanten Bürgerhaus Osdorf umgebaut.

Wohnen statt Arbeiten

Nahe der Autobahn in Othmarschen wird ein riesiges Areal vom Gewerbe- in ein Wohngebiet umgewandelt. 700 Wohnungen will die Immobiliensparte eines Schiffsfinanzierers dort bauen. Der Bebauungsplanentwurf wird in diesem Jahr öffentlich ausgelegt.

Streit um Elektrolux

Die Elektrolux-Gebäude an der Max-Brauer-Allee stehen seit Jahren leer - jetzt sollen dort Wohnungen neu gebaut werden. Dafür müsste der Bezirk allerdings eine Befreiung vom Bebauungsplan zulassen, weil das Gelände als Gewerbegebiet gilt. Doch eine Gruppe aus der Recht-auf-Stadt-Bewegung fordert den Erhalt und Platz für Kleingewerbe und Künstler. Am 5. Februar wird mit dem Beginn einer "Planungswerkstatt" eine Bürgerbeteiligung zur Zukunft des Areals starten.

Wohnen auf dem Hermes-Gelände

Mit dem Bebauungsplanverfahren Lurup 63 will der Bezirk den Bau von 200 Wohnungen auf einem Teil des Hermes-Geländes möglich machen. Der Verkauf der Grundstücke soll helfen, Produktion und Arbeitsplätze des Unternehmens zu erhalten. Zwischen neuen Wohngebäuden und der Schleifmittel-Firma soll ein "Mischriegel" mit anderen Nutzungen für den nötigen Lärmschutz sorgen.

Kreisel für Lurup

Die Kreuzung Flurstraße/Blomkamp in Lurup soll zu einem neuen Kreisverkehr umgebaut werden. Baubeginn ist noch in diesem Frühjahr.

Neuer Waldspielplatz

Im Forst Klövensteen wird 2011 der neue Betriebshof der Bezirksförsterei in Betrieb genommen. Fertig ist jetzt auch der neue Waldspielplatz.

Feilschen um Seefahrtschule

Die Hamburger Liegenschaftsbehörde hat jetzt beim Bezirk eine Bauvoranfrage für das Gelände der alten Seefahrtschule gestellt. Damit soll geklärt werden, was dort noch am Elbhang an zusätzlichen Wohngebäuden möglich ist. Letztlich geht es in dem Poker darum, ob die Stadt das im Bauhaustil errichtete Gebäude in Sahnelage für neun oder 18 Millionen Euro verkaufen kann.

Hundertwassercafé vor Erhalt

Offen ist die Zukunft des Hundertwassercafés in Ottensen. Im Bezirk rechnet man allerdings nach einem neuen Gutachten damit, dass das Gebäude nicht abgerissen wird - was ein Wohnungsbau-Investor aber möchte.

Konzept für Elbtreppenhäuser

Nachdem die Bezirksversammlung dem Bürgerbegehren für den Erhalt der Elbtreppenhäuser in Neumühlen beigetreten ist, will die städtische Wohnungsgesellschaft Saga nun ein Modernisierungskonzept für das historische Ensemble in diesem Jahr noch vorlegen. Ob die Stadt aber letztlich einer millionenteuren Sanierung zustimmt, gilt als offen. Ursprünglich wollte die Saga einen Teil der Gebäude abreißen und dort neue Wohnungen bauen.

Bürger gegen Drogenberatung

Gegen den Einzug einer Drogenberatung an der Virchowstraße in Altona läuft ein Bürgerbegehren, auch Nachbarklagen sind bereits angedroht.

Lüttkamp spaltet Lurup

Die geplante Sperrung des Lüttkamp in Lurup spaltet die Anwohner in zwei Lager: Jetzt ist ein Bürgerbegehren gegen die Sperrung auf den Weg gebracht worden.

Neuer Ärger um Rote Flora

Im März läuft die vertragliche Bindung ab, die ein Stadtteilkulturzentrum für die besetzte Rote Flora in der Schanze vorschreibt. Eigentümer Klausmartin Kretschmer könnte dann an einen Investor ohne diese Vertragsbindung verkaufen - was den Konflikt mit der linksautonomen Szene verschärfen könnte, weil es dann einen Rechtsanspruch auf eine neue Bebauung gäbe. Rückkaufpläne der Stadt liegen wegen der Bürgerschaftsneuwahlen derzeit auf Eis.