Zwischenruf

Vom Umtausch ausgeschlossen

Eine Glosse von Vanessa Seifert

Nie war weniger mehr als zu Weihnachten. Auch in diesem Jahr schenkte man einander traditionell "ganz bewusst mal nichts" - davon dann aber gleich mehrere Säcke voll, sodass sich mitunter die Päckchen tannenbaumhoch türmten.

Dabei hielten laut einer Umfrage 61 Prozent der Hamburger Weihnachtsgeschenke für "eigentlich völlig verzichtbar" - nur eben nicht für sich selbst und ihre Nächsten. Zu den beliebtesten Gaben zählten in diesem Jahr Sportklamotten (ja, die Sache mit den guten Vorsätzen, die spätestens ab 2. Januar vorsätzlich verdrängt werden, thematisieren wir aus gegebenem Anlass auch noch). Was auch gut wegging: Spielzeug, Süßigkeiten, Elektronik. Und Filme auf DVD natürlich.

Sehr nachgefragt sei in diesem Jahr das Vampir-Epos "Bis(s) zum Abendrot" gewesen, das vereinzelte Beschenkte aber nicht mal Bis(s) zum Abendbrot behalten wollten. Auch Thilo Sarrazins Bestseller "Deutschland schafft sich ab", angeblich im Weihnachtsgeschäft ein Verkaufsschlager, will mancher sofort wieder abschaffen.

Und zwar in dieser Woche, wenn alles umgetauscht wird, was nicht bei drei unterm Baum lag. Schöne Bescherung. Zurückbringen dürfen Sie laut Verbraucherschutzzentrale übrigens alles. Vorausgesetzt Sie haben einen Beleg - auch dafür, dass Ihnen die Gabe nicht gefällt.

Bitte? Ihnen ist dieser Text zu lang? Die Form passt Ihnen nicht und er ist Ihnen auch nicht platt(deutsch) genug? Tja, umtauschen können Sie diesen Artikel ausnahmsweise leider nicht. Schließlich haben Sie ihn ja schon mindestens einmal gelesen ...