20 Zentimeter fürs Alstereisvergnügen

Es müsste noch mindestens zehn Tage "strenger Frost" sein, damit es ein Volksfest auf dem Wasser geben kann

Hamburg. Die Alster ist seit Wochen von einer Eisschicht bedeckt, mal abgesehen von einigen offenen Stellen. Viele Hamburger hoffen deshalb schon auf ein Alstereisvergnügen. Gestern maßen Mitarbeiter der zuständigen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) die aktuelle Eisdicke: "Das Kerneis ist momentan sechs Zentimeter dick", sagte Sprecher Volker Dumann dem Abendblatt.

Und es gibt Hoffnung, dass es noch in diesem Winter zu einem Volksfest auf dem zugefrorenen Gewässer kommt: "Wenn zehn bis 14 Tage lang noch starker Frost mit nächtlichen Temperaturen um minus zehn Grad herrschte, dann würde eine Chance bestehen", sagt Dumann. Das Kerneis müsse rund 20 Zentimeter dick sein, damit das Gewässer gefahrlos betreten werden könne. Und Dumann verspricht: "Wenn wir die 20 Zentimeter erreicht haben, dann wäre auch ein Alstereisvergnügen möglich." Im Januar und Februar dieses Jahres zogen Tausende Hamburger aufs Eis. Ein offizielles Alstereisvergnügen mit Buden auf dem Wasser gestattete die Stadt nicht.

Dennoch vergnügten sich Familien beim Eisschlittern, und rund um die Alster wurde bei Glühwein und Würstchen gefeiert. Das letzte echte Alstereisvergnügen stieg im Januar 1997, damals kamen an einem Wochenende rund eine Million Besucher. "Wir würden uns freuen, wenn in diesem Jahr die Hamburger und Gäste wieder ein Volksfest auf dem Wasser feiern könnten. Allerdings hat die Sicherheit höchste Priorität", sagt Volker Dumann. Die BSU wird nun regelmäßig die Eisdicke messen. Auch Sascha Albertsen, Sprecher der Hamburg Tourismus GmbH, würde ein Alstereisvergnügen begrüßen: "Ein solches Event wäre ein guter Werbebotschafter für Hamburg und würde vor allem Tagestouristen anlocken. Ich drücke die Daumen, dass es richtig kalt bleibt."

Aber wie sehen die Wetterprognosen aus? "Es bleibt bis einschließlich Donnerstag kalt. Danach wird es aber wieder wärmer, und tagsüber ist mit Temperaturen um drei Grad zu rechnen. Dann taut das Eis wieder an", sagt Diplom-Meteorologe Frank Böttcher. Doch auch er macht den Hamburgern Hoffnung: "Es besteht die Möglichkeit, dass es nächste Woche wieder deutlich kälter wird", so Böttcher.