SPD will Rücktritt des Finanzsenators in der HSH-Affäre

Hamburg. Die SPD-Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft hat Finanzsenator Carsten Frigge (CDU) scharf attackiert. SPD-Fraktionschef Michael Neumann warf dem CDU-Politiker in einer lebhaften Debatte vor, er sei in der Affäre um den vor der Entlassung stehenden HSH-Nordbank-Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher "befangen". Neumann hielt Frigge unter anderem eine zu große Nähe zum HSH-Aufsichtsratsvorsitzenden Hilmar Kopper vor, mit dem er früher geschäftlich verbunden gewesen sei. Außerdem habe Frigges Unternehmensberatungsfirma C4 für den HSH-Anteilseigner J.C. Flowers gearbeitet.

Frigge nannte Neumanns Vorwürfe "diffamierend" und wies darauf hin, dass die Flowers-Beratung durch C4 nicht die HSH zum Gegenstand gehabt habe. "Das ist sauber voneinander getrennt", so der Senator. Neumann und Linken-Fraktionschefin Dora Heyenn forderten Frigge zum Rücktritt auf. "Sie haben ein Glaubwürdigkeitsproblem! Treten Sie zurück!", sagte Heyenn.

Der Senat und die Kieler Landesregierung hatten am Dienstag die Trennung von Nonnenmacher beschlossen. HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper will die Personalie aber erst auf der nächsten regulären Sitzung des Kontrollgremiums am 2. Dezember abschließen. Nach Abendblatt-Informationen hatte Kopper auf diesem "geordneten Verfahren" bestanden und die Einberufung einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung abgelehnt.