Kommentar

Ohne Kontrolle geht es nicht

Für alle Eltern, Großeltern und jeden halbwegs verantwortungsbewussten Menschen dürften diese Ergebnisse schockierend sein: Die Mehrzahl der Spielzeuge für Kleinkinder sind mit Giftstoffen belastet oder so montiert, dass ihre Einzelteile beim Spielen verschluckt werden könnten. Von den Händlern und den Lieferanten ist das grob fahrlässig. Und es lässt alle Verbraucher im Ungewissen, ob sie den lieben Kleinen mit einem Geschenk eine große Freude machen oder ihnen vielmehr sogar großen Schaden zufügen.

Noch schockierender ist, dass große Namen wie Steiff oder Sigikid offenbar bereit sind, ihren Ruf als Qualitätshersteller zu verspielen. Gerade von ihnen, aber auch von allen anderen Firmen, die ihr Geld mit dem Verkauf von Kinderspielzeug verdienen, kann und muss man mehr und intensivere Prüfungen erwarten. Vor allem dann, wenn große Teile des Sortiments nicht mehr "made in Germany", sondern Importe aus dem Fernen Osten sind. Dass hier oft ein laxerer Umgang mit der Verarbeitung von Chemikalien an den Tag gelegt wird, ist längst kein Geheimnis mehr.

Und auch die Behörden sind gefragt, viel genauer hinzusehen und härter durchzugreifen. 14 Prozent der von der Stiftung Warentest untersuchten Spielzeuge hätten niemals in den Verkauf gelangen dürfen. In keiner anderen Produktgruppe gab es je ein vergleichbar schlechtes Ergebnis.

Das ist ein Armutszeugnis für die Marktaufsicht. Sie hat in diesem Fall ganz offensichtlich versagt. Vertrauen ist hier deshalb absolut fehl am Platz. Worauf es in Zukunft ankommt, sind deutlich strengere Kontrollen und härtere Strafen.