Fast-Food-Kette

Mobbing-Vorwürfe gegen Hamburger Burger-King-Chef

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Mitarbeiter seien drangsaliert und gedemütigt worden, es habe Abmahnungen gehagelt. Eine Mitarbeiterin sagt: "Es ist wie Sklaverei".

Hamburg. Es sind schwere Vorwürfe, die Hamburger Burger-King-Mitarbeiter gegen ihren Chef erheben: Sandro M., Inhaber von vierzehn Filialen der Fastfood-Kette in Stadtgebiet und Umland, soll sie seit Monaten mit Abmahnungen, Bespitzelungen und Demütigungen drangsalieren. "Es ist wie Sklaverei", sagt eine Mitarbeiterin, die aus Angst nicht genannt werden möchte. Ein Kollege habe acht Stunden lang mit einer Zahnbürste die Toilette putzen müssen. Außerdem soll es permanent Abmahnungen für jede Kleinigkeit hageln. "Es ist nicht mehr auszuhalten." Rund 120 Fälle sind inzwischen bekannt. Betroffen sind die Filialen auf der Reeperbahn, in Bramfeld, Eimsbüttel, Altona, Harburg, Tornesch und Norderstedt. Diese sieben Läden hat Sandro M. zum 1. Mai 2010 übernommen, inklusive der etwa 450 dort angestellten Mitarbeiter.

"Vor dem Hintergrund der bisherigen Verfahren und nach Gesprächen mit Betroffenen vermuten wir, dass Sandro M. diese Menschen aus ihren tarifgemäßen Arbeitsverträgen drängen will, um sie durch billigere Arbeitskräfte zu ersetzen", sagte Rechtsanwalt B. Alexander Koll dem Abendblatt. Er vertritt rund 40 Betroffene, die bereits vor das Arbeitsgericht gezogen sind oder bei denen entsprechende Verfahren vorbereitet werden. "Wir hören Berichte von Bespitzelungen und psychischem Druck", sagt Koll. "Die Kollegen werden gezwungen, ihre eigenen Kündigungen zu unterschreiben", so die betroffene Mitarbeiterin.

Oft stammen die Angestellten aus dem Ausland, sind ohne Ausbildung und sprechen schlecht Deutsch - deswegen sind sie auf ihre Jobs angewiesen und wollen eine Kündigung vermeiden. Dabei sind die Berichte von den Arbeitsbedingungen alles andere als angenehm. In Filialen, in denen Mitarbeiter einen Betriebsrat gegründet haben, sollen ihnen die Personalessen und -getränke gestrichen worden sein. "Im Sommer waren es in der Küche 42 Grad und wir durften nicht einmal Leitungswasser trinken", berichten Betroffene.

Inhaber Sandro M. war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Burger-King-Muttergesellschaft in München teilte auf Anfrage mit, man habe mit M. und den Arbeitnehmern Kontakt aufgenommen und "konstruktive Gespräche" geführt. Die Betroffene allerdings sagt: "Über einen bloßen Anruf hinaus hat es mit mir noch keine Gespräche gegeben."

( (pau) )

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