Nachspiel

Die Cyclassics sind krisenfest

Ein Kommentar von Achim Leoni

Eine Partnerschaft, die 15 Jahre hält, ist auch in der Welt des Sports nichts Alltägliches. Wir haben uns längst daran gewöhnt, den Titel von Großveranstaltungen wie dem Hamburg Marathon alle zwei Jahre neu lernen zu müssen. Die Cyclassics haben seit den Anfängen 1996 den gleichen Titelsponsor. Die einzige Umbenennung des Rennens ergab sich, als die HEW einst im Vattenfall-Konzern aufgingen.

Dass der Energieversorger dem Radrennen die Treue hält, kann man einen Glücksfall nennen, Zufall ist es nicht. Hinter der Kontinuität steckt eine Menge Können. Die Hamburger Agentur Upsolut hat es verstanden, die Veranstaltung binnen kürzester Zeit zum bedeutendsten Profiradrennen Deutschlands zu trimmen. Vor allem aber hat sie sie zu einem mehrtägigen Ereignis ausgebaut, das auch ohne Lizenzfahrer über die Runden käme.

Es gab Zeiten, da Upsolut für sein Jedermannkonzept belächelt wurde. Im Sturm der Dopingskandale hat es sich als Lebensversicherung erwiesen. Die Nachwuchs- und Hobbyfahrer erhielten der Veranstaltung einen Rest an Glaubwürdigkeit. Sie befreiten sie vom Generalverdacht, dem in den vergangenen Jahren viele deutsche Rennen zum Opfer fielen. Ob das Schlimmste überstanden ist, wie die Veranstalter hoffen, darf angezweifelt werden. Die Cyclassics aber müssen weitere Rückschläge nicht fürchten. Sie haben sich als krisenfest erwiesen.