Kommentar

Die Zukunft heißt Online

Es passiert nicht alle Tage, dass ein junges Unternehmen wie der Spieleentwickler Bigpoint auf einen Schlag 250 Arbeitsplätze schaffen will. Der Grund liegt zwar in der Expansion in die USA, der Großteil der Jobs wird aber in der Hamburger Zentrale besetzt. Denn die Hansestadt ist mittlerweile eine Hochburg für deutsche Entwickler von Computerspielen. Die meisten Firmen wurden erst vor wenigen Jahren gegründet, oft von jungen Leuten unter 30 Jahren, die trotzdem schon viele Jobs bieten.

Jetzt zeigt sich, dass der Senat richtig gehandelt hat, als er 2006 das Branchennetzwerk Gamecity ins Leben rief und mit 1,4 Millionen Euro ausstattete, um Erfolg versprechende Branchenneulinge zu fördern. Für den Standort Hamburg hat es sich schnell ausgezahlt, in die Geschäftsmodelle der Zukunft zu investieren.

Und trotzdem ist noch viel zu tun. Denn der Erfolgskurs stellt die Firmen vor neue Probleme: Die begehrten Programmierer, Gamedesigner und Entwickler sind rar. Da ist der neu aufgenommene Masterstudiengang Games an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften am Berliner Tor nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch andere Ausbildungsstätten müssen auf den Zug aufspringen und den Internetnachwuchs gründlich schulen. Und zwar nicht nur in Programmiersprachen, sondern auch darin, im Netz den richtigen Ton zu treffen und Aspekte wie den Jugendschutz zu beachten. Denn immer wieder hagelt es Kritik, manche Spiele seien gewaltverherrlichend oder ein Suchtfaktor. Das sind Töne, die die junge Erfolgsbranche nicht braucht.