St. Pauli: Müllsünder sollen Bußgeld zahlen

Hamburg. Der St. Pauli Bürgerverein will die zunehmende Vermüllung des Stadtteils nicht länger hinnehmen und fordert deshalb, dass das Personal des Bezirklichen Ordnungsdienstes (BOD) aufgestockt wird. "Zudem sollten Müllsünder sofort ein Bußgeld von mindestens 15 Euro zahlen müssen", sagt Ralph Lindenau, Präsident des St. Pauli Bürgervereins. Auch Gastronomen sollten zur Kasse gebeten werden, wenn sie vor ihren Läden keine Ordnung hielten.

Das Bezirksamt Mitte räumt ein, dass der BOD schlecht aufgestellt sei. "Wir brauchen mindestens 100 Mitarbeiter, um die Vermüllung und die anderen Ordnungswidrigkeiten in den Griff zu bekommen", sagt Bezirksamtssprecher Lars Schmidt. Beschäftigt seien beim BOD aber nur 24 Beamte. "Davon sind allein zehn Mitarbeiter ausschließlich dafür zuständig, sich um die Einhaltung des Hundegesetzes in ganz Hamburg zu kümmern."

Ein Problem sei zudem, dass die Schuldigen auf frischer Tat ertappt werden müssten. Selbst dann wird nicht sofort ein Bußgeld verhängt. Bisher werden Müllsünder zunächst nur verwarnt und aufgefordert, ihren Abfall aufzuheben und zu entsorgen. Ein Ordnungsgeld wird nur fällig, wenn sich der Beschuldigte den Anweisungen der Beamten widersetzt oder sie beleidigt.