Kommentar

Innere Unsicherheit

Es ist schon ein wenig grotesk: Die Ankündigung, ein einzelner - nicht einmal verurteilter - Guantánamo-Häftling soll nach Hamburg kommen, sorgt für Aufregung in der Stadt und beschäftigt einen hochrangigen Stab der Innenbehörde. Da wird die Frage aufgeworfen, ob die Sicherheit gefährdet werde.

Ist sie denn noch gewährleistet? Die Stadt wird bereits seit Monaten terrorisiert - von Brandstiftern, die fast jede dritte Nacht irgendwo in der Stadt Autos anzünden. Mehr als 120 Wagen sind bereits in diesem Jahr zerstört worden. Der angezündete Autozug im Hafen mit insgesamt 30 zerstörten Neuwagen am vergangenen Wochenende ist ein erneuter trauriger Höhepunkt. Denn dies sind wohl kaum die Taten einiger verrückter Jugendlicher. Es geht längst nicht nur um ein paar brennende Autos.

Die ständigen Brandstiftungen und die ausbleibenden Fahndungserfolge der Hamburger Polizei - trotz Hubschraubereinsätzen und nächtlicher Hundertschaft auf den Straßen - führen den Menschen in dieser Stadt immer wieder eindringlich vor Augen: Es kann jeden treffen. Überall in dieser Stadt. Niemandes Auto ist auf Hamburgs Straßen nachts noch sicher.

Jedes brennende Auto in dieser Stadt ist ein Terroranschlag gegen unser Sicherheitsgefühl. Und genauso müssen die Taten auch bekämpft werden. Mit allen Mitteln, die der Kripo bei der Bekämpfung von organisierter Kriminalität zur Verfügung stehen.