Kommentar

Keine Angst vorm Feilschen

Der Automarkt in Deutschland liegt am Boden. Nahezu alle Hersteller haben mit kräftig gesunkenen Neuzulassungszahlen zu kämpfen. Der Grund dafür ist die im vergangenen Jahr vom Steuerzahler finanzierte Abwrackprämie. Fünf Milliarden Euro stellte die Bundesregierung für ein kurzfristiges Absatzfeuerwerk zur Verfügung. Nun ist die Party vorbei, und in den Autohäusern herrscht Katerstimmung. Viele Händler mussten bereits Insolvenz anmelden, andere suchten ihr Heil in Fusionen. Den Verkäufern von gebrauchten Fahrzeugen geht es dabei vielerorts noch schlechter als den Neuwagenhändlern. Und die Talfahrt ist längst nicht beendet. Experten gehen davon aus, dass die Branche noch mindestens eineinhalb Jahre unter den Folgen der Abwrackprämie leiden wird.

Die Kunden dürfen sich derweil die Hände reiben. Denn sie können beim Autokauf ordentlich Geld sparen. 20 Prozent Rabatt vom Listenpreis sind bei den meisten Händlern derzeit kein Problem. Wer sich mit einer Tageszulassung oder einer eher ausgefallenen Lackierung anfreunden kann, darf sogar mit noch deutlich höheren Nachlässen rechnen.

Niemand sollte den Kunden das Feilschen mit Blick auf die vielen darbenden Händler vorwerfen. Schließlich haben die Autohäuser an der Abwrackprämie noch vor wenigen Monaten glänzend verdient. Zudem sind längst nicht alle Pkw-Besitzer in den Genuss der Subvention gekommen. Wer jetzt ein neues Auto kaufen will, sollte sich deshalb nicht scheuen, so viel Nachlass wie möglich auszuhandeln. Und immer daran denken: Die meisten Listen sind ohnehin nur Fantasiepreise.