Rekord bei der Hochbahn

Mehr als 400 Millionen Fahrgäste fuhren mit Bus und Bahn - ein überdurchschnittliches Wachstum

Die Hamburger Hochbahn konnte im vergangenen Jahr einen neuen Fahrgastrekord verzeichnen. Mehr als 400 Millionen Fahrgäste benutzten Bus und Bahnen, das sind rund zwei Prozent mehr als im Jahr davor. "Wir schaffen es seit Jahren, immer mehr Fahrgäste zu überzeugen, zu uns zu kommen und das Auto stehen zu lassen", sagte Hochbahn-Chef Günter Elste. Auch im nationalen Vergleich könne sich die Nachfrage nach Hochbahn-Leistungen sehen lassen: "Allein in den letzten fünf Jahren stiegen die Fahrgastzahlen um etwa zehn Prozent. Dieser Wert liegt deutlich über dem Durchschnitt der anderen deutschen Großstädte", sagte Elste. Der Hochbahn-Chef geht davon aus, dass die Fahrgastzahlen in diesem Jahr noch weiter steigen werden.

Im vergangenen Jahr konnte die Hochbahn zudem den Jahresfehlbetrag senken. Das Defizit ging um 1,3 Millionen Euro auf 58,4 Millionen Euro zurück. Damit lag der Kostendeckungsgrad bei 88,1 Prozent: "Mit diesem Wert sind wir national wie international eines der wirtschaftlichsten Verkehrsunternehmen", sagte Elste.

Auch mit dem Ergebnis der Expansionsholding Benex, einer Hochbahn-Tochter, war das Unternehmen zufrieden. So hat die Benex-Tochter Odeg das Netz Stadtbahn Berlin/Brandenburg mit insgesamt 7,2 Millionen Zugkilometern gewonnen. Insgesamt hat die Hochbahn in Deutschland 40 Millionen Zugkilometer im Regionalverkehr.

Aktuell liegt bei der Hochbahn der Fokus auf zwei Projekten: Der Bau der U 4, die ab 2012 die Innenstadt mit der HafenCity verbinden soll, läuft laut Elste planmäßig. Außerdem soll im Herbst das Planfeststellungsverfahren für die Stadtbahn eingeleitet werden. Aufgrund der dramatischen Haushaltslage wurde das Vorzeigeprojekt des schwarz-grünen Senats in den vergangenen Monaten immer wieder infrage gestellt. Aber Hochbahn-Chef Elste sieht diese Diskussion gelassen und sagt: "Wir sind absolut vom Konzept der Stadtbahn als ökologisches, modernes und zukunftsweisendes System überzeugt." Das Projekt Stadtbahn werde in diesem Jahr mit großem Einsatz vorangetrieben, kündigte Elste an.

Wie berichtet, hatte die Hochbahn eine Kostenberechnung für den ersten Streckenabschnitt zwischen dem Bramfelder Dorfplatz und der Kellinghusenstraße der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) vorgelegt. Nach Abendblatt-Informationen werden die 7,7 Kilometer mindestens 138 Millionen Euro kosten. Die BSU will die Kostenberechnung heute offiziell vorstellen.