Kirche

Missbrauch in der Kirche: 50 Opfer meldeten sich in Hamburg

Domkapitular Thim will nach Missbrauchsskandal "Kultur des Hinhörens" fördern. Opfer werden mit Geld entschädigt. Ein Priester suspendiert.

Hamburg. Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ist auch an Hamburg nicht vorbeigegangen. Um sexuelle Gewalt in der Kirche künftig zu verhindern, hat das Erzbistum Hamburg – wie bereits andere Diözesen zuvor – Mitte Juni eine Präventionsordnung in Kraft gesetzt. Damit solle eine „Kultur des Hinhörens“ gefördert werden, betonte Domkapitular Ansgar Thim am Dienstag.

+++Neue Missbrauchsfälle - Vorermittlungsverfahren+++

Seit Bekanntwerden des Skandals in der katholischen Kirche haben sich beim Erzbistum Hamburg etwa 50 mögliche Opfer sexueller Gewalt gemeldet. 38 Anträge von Betroffenen seien an die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn geleitet worden, sagte Thim. „Wir zahlen dann, wenn die Anträge positiv beschieden werden, 5000 Euro pro Antrag.“ Zusätzlich zu der Entschädigung könne es Therapieleistungen geben.

Ein Priester des Erzbistums Hamburg wurde inzwischen vom Dienst suspendiert, wie Thim berichtete. Der Geistliche habe selbst zugegeben, dass er Kinder missbraucht hat. Viele Beschuldigte seien jedoch bereits verstorben. (lno/rek)