Funknetz

Noch schneller ins Internet - Neue Technik startet in Hamburg

Die Telekom startet in Hamburg den LTE 1800-Standard. Das neues Angebot können 75 Prozent der Bürger im Stadtgebiet nutzen.

Hamburg. Es war eine echte Neuheit, die der Festnetz- und Mobilfunkbetreiber Deutsche Telekom gestern zeitgleich in Hamburg, Bonn, Leipzig und München präsentierte. Die vier Städte waren im Rahmen einer Videokonferenz miteinander verbunden. Erstmals wurde die Veranstaltung allerdings nicht mit den bisher üblichen Übertragungstechniken durchgeführt, sondern über den neuen Mobilfunkstandard LTE 1800.

Diese Technik gleicht laut der Telekom einer Revolution. Bei bisherigen Mobilfunkverbindungen können Nutzer mit ihrem Laptop oder Smartphone Daten wie etwa Schriftsätze, Bilder oder Filme nur mit einer Geschwindigkeit von bis zu 42 Megabit pro Sekunde herunterladen, mit der neuen Technik, die gestern in Hamburg installiert wurde, sind es bis zu 100 Megabit.

"2012 wird das LTE-Jahr und wir machen im Norden mit Hamburg den Anfang", sagte Bruno Jacobfeuerborn, Technikchef des Unternehmens. Er saß in Bonn und wurde per Videokonferenz mit der Hansestadt, Leipzig und mit München verbunden. Es war die weltweit erste Konferenz mit LTE-Technik. Der Bedarf für das schnelle mobile Internet ist vorhanden. Insbesondere im Mobilfunk nehme die Menge der übertragenen Daten rasant zu. Deutschland stehe an der Schwelle zur Gigabit-Gesellschaft. "Studien rechnen damit, dass der Datenverkehr bis 2013 im Festnetz um das Fünffache, im Mobilfunk sogar um den Faktor 60 zunehmen wird. Voraussetzung für diese neue Welt sind die schnellen, intelligenten Hochleistungsnetze", sagt Jacobfeuerborn.

In Hamburg hat das Unternehmen gestern zwar mit der erweiterten Innenstadt nur rund 40 Prozent der Fläche LTE-fähig gemacht, aber damit werden laut dem Technikchef 75 Prozent der Bevölkerung erfasst. Die weiteren Stadtteile sollen folgen, genauso wie die Anbindung von Norderstedt, Elmshorn und Stade. Konkurrent Vodafone hingegen hat bereits Stadtteile aufgerüstet, die westlich und nördlich von Rotherbaum liegen. "Wir freuen uns über die Initiative der Telekom. Das trägt dazu bei, Hamburg als modernen Wirtschaftsstandort zu stärken", sagte gestern Carsten Brosda, Leiter des Amts für Medien in der Senatskanzlei.

+++ Telekom: Mobilfunkstandard LTE in Hamburg gestartet +++

Doch noch müssen künftige Nutzer ihren Elan bremsen. Denn die superschnelle Übertragungsgeschwindigkeit kann sich derzeit nur auf Laptops, Notebooks oder Tablet-PCs entfalten. Noch sind nur wenige passende Smartphones auf dem Markt. Vodafone und Telekom rechnen jedoch damit, dass die Handyhersteller schnell mit neuen Produkten auf die LTE-Technik reagieren. Voraussetzung fürs schnelle Surfen am PC ist ein Speedstick, der bei der Telekom entweder 149 Euro kostet oder im teuersten Tarif Mobile Data XL für 79 Euro monatlich bereits enthalten ist. Der günstigste Tarif beginnt bei 19,95 Euro. Bei Vodafone liegt der niedrigste Tarif bei 14,44 Euro. Der teuerste schlägt mit 44,99 Euro zu Buche. Hinzu kommen jeweils 29,99 Euro als Anschlusspreis. Allerdings liegt bei Vodafone die Höchstgeschwindigkeit nur bei 50 Megabit pro Sekunde.

Telekom, Vodafone und O2 hatten die LTE-Frequenzen 2010 von der Netzagentur für 4,4 Milliarden Euro ersteigert. Die Konzerne verpflichteten sich, dass vor allem Nutzer auf dem Land profitieren sollen, die noch nicht am Breitbandkabelnetz hängen. Auch in Hamburg gibt es in Vier- und Marschlande immer noch Probleme mit dem Internet, die jetzt mit dem ebenfalls neuen Mobilfunkstandard LTE 800 behoben werden sollen.